Ihr Debütroman steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Das Herzstück von Jina Khayyers Roman ist eine Reise, die ihre Ich-Erzählerin Jina, zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre alt, durch den Iran unternimmt; durch das Land, in dem ihre Eltern geboren wurden und in das ihre ältere Schwester in den 1990er-Jahren zurückgekehrt ist.
Der weibliche Körper unter Kontrolle
Vertraut und zugleich fremd sei ihrer Protagonistin vorgekommen. Vertraut, weil sie auch in Deutschland mit der Kultur und der Sprache des Iran aufgewachsen sei. Doch die Zwänge, die Kontrolle des weiblichen Körpers, seine kalkulierte Unsichtbarmachung, rufen bei der Ich-Erzählerin Jina Empörung hervor.
Solidarität über Generationen hinweg
Zugleich sei, so sagt es die Autorin, „Im Herzen der Katze“ auch ein Buch der Sehnsucht nach einem Land , das einstmals fortschrittlich, modern und liberal war.
Die jüngsten Demonstrationen, so Jina Khayyer, hätten deutlich gezeigt, dass die Iraner dieses Regime nicht mehr wollten. Veränderung könne aber nur von den Menschen aus dem Land selbst kommen. Es brauche eine generationen- und geschlechterübergreifende Solidarität.
Mehr Literatur aus dem Iran
Einblick in die aktuelle Situation im Iran | Gespräch „Die Repression ist schlimmer als vorher“: Maryam Aras über die Lage iranischer Autorinnen und Autoren
Iranische Autorinnen und Autoren leiden unter wachsender Repression und Zensur. Viele publizieren nur noch online oder im Untergrund. In Deutschland bleibt iranische Literatur weitgehend unbeachtet.
Buchkritik Amir Hassan Cheheltan – Die Rose von Nischapur
Liebe, Eifersucht, Verrat, Tabubruch – „Die Rose von Nishapur“ von Amir Hassan Cheheltan führt ins Innere einer Familie im heutigen Teheran.
Rezension von Cornelia Zetzsche
Gespräch Najem Wali: „Ich durfte den Feind nicht als Mensch zeigen“
„Stadt der Klingen“. So heißt der erste in deutscher Sprache verfasste Roman von Najem Wali. Über den „Dolch der Liebe“. Vor allem über Auswanderung und Flucht. Und wie ein Unrecht Familien verändern kann. Geboren wurde Najem Wali 1956 in der irakischen Öl-Stadt Basra. Er studierte Germanistik in Bagdad. Wurde zu Beginn des Irak-Iran-Kriegs zum Militärdienst eingezogen. Desertierte nach Deutschland. Schrieb 1989 seinen ersten Roman „Der Krieg im Vergnügungsviertel“. Lebt heute in Berlin. Und ist Vize-Präsident des PEN-Zentrums Deutschland und Beauftragter des Programms „Writers in Prison“.