Den rhythmisch dichten Sound verdankt „Shake Stew“ einer ungewöhnlichen Basis-Besetzung: zwei Schlagzeuger, zwei Bassisten und mehrere Bläser. Egal wo das Ensemble auftritt, ob im Jazzclub „Porgy & Bess“ in Wien oder im „Savoy Theater“ in Helsinki, setzt es sein Publikum unter Strom. Zum 10-jährigen Jubiläum hat „Shake Stew“ beim Label „Traumton Records“ unter dem Titel „Ten One Two“ ein Doppelalbum herausgebracht, das vom ersten bis zum letzten Takt einfach nur hinreißend ist, schwärmt unser Jazzkritiker Georg Waßmuth: „Mal zieht das Ensemble die Regler bis zum Anschlag hoch, dann fliegt es kontemplativ auf einem rosaroten Klangteppich davon.“
„Café San Marco“ aus dem Album „Ten One Two“ vom Ensemble Shake Stew
Album Tipp Jazz Eine Galaxie in Bewegung: „Andromeda Galaxy“ von Yamirah’s Solar Explorers
Die Bandleaderin, Komponistin und Gitarristin Yamirah Gercke macht mit ihrem neuen Album Indie Space Jazz. Nach dem Tod ihres Vaters, des Schlagzeugers Lenjes Robinson, hat sich die Berliner Musikerin neu erfunden: der schwebende Sound von „Andromeda Galaxy“ lässt zudem Elemente aus Jazz, Blues und Ghospel erkennen. Neben der Musik geht es Yamirah Gercke auch um die Sichtbarkeit von Frauen als Bandleaderinnen.
Album-Tipp Jazz Neues Klangspektrum: „While I Was Away" vom Julia Hülsmann Octet
Die Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann gehört zu den prägenden Protagonistinnen des Deutschen Jazz. Ihr Geheimnis: sie setzt auf gemeinsames Kreieren. So auch auf ihrem neuen Album „While I Was Away“, das sie mit ihrem Oktett preisgekrönter Musikerinnen und Musiker aufgenommen hat. Sie verbindet ihr Jazztrio mit einem klassisch besetzten Klaviertrio und Gesangsstimmen.
Besondere Wertschätzung erfährt auf dem Album das Wort, zur Musik gesellen sich Texte etwa von Emily Dickinson, Margaret Atwood und E. E. Cummings. Julia Hülsmann verbindet auch auf „While I Was Away" wieder Menschen miteinander und erschafft so Räume, die für kreativen Austausch und Wertschätzung stehen - meint unsere Jazzkritikerin Fanny Opitz.
Album Tipp Jazz „Healing Songs“ von Henri Texier – Streifzug durch 60 Jahre Ausnahmekarriere
Dieser Mann hat Jazzgeschichte geschrieben – als Komponist, Kontrabassist und Orchesterleiter drückte der Franzose unzähligen Stücken seinen Stempel auf. Einige seiner Kompositionen sind schon jetzt Klassiker des Genres. Mit fast 81 Jahren blickt Texier musikalisch zurück und serviert mit einem exquisit besetzten Quintett seine Lieblingstitel. Allesamt außergewöhnlich interpretiert, alle mit zeitloser Tiefe sagt unser Jazzspezialist Georg Waßmuth und spricht eine eindeutige Hörempfehlung aus.