Hits und Storys

Queen – "Live Magic"

Wer an Live-Momente von Queen denkt, hat vielleicht als erstes das legendäre Wembley-Konzert im Kopf. Aber auch mit "Live Magic" haben Freddie Mercury und Co. ein echtes Highlight geschaffen.

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Von Autor/in Bernd Rosinus

Wenn man über Live-Auftritte von Queen spricht, fällt vielen Fans bis heute das Album "Live at Wembley ’86" ein – es ist DAS ultimative Album: ein komplettes Konzert, ein Monument. Bevor dieses Livealbum 1992 veröffentlicht worden ist, gab es aber schon "Live Magic", von 1986.

Der große Unterschied zwischen den beiden Live-Alben: "Live Magic" hat einen völlig anderen Anspruch als "Live at Wembley ’86". Letzteres ist ein großes, vollständiges Live-Dokument: ein Abend, ein Ort, fast drei Stunden Queen live in Wembley.

"Live Magic" von Queen ist ein Live-Highlight-Album

"Live Magic" ist dagegen ein konzentrierter Querschnitt der "Magic"-Tour 1986. Kein Gesamtmonument, sondern mit einer Auswahl der stärksten Momente eher ein Highlight-Album.

"Live Magic" ist als Einzel-LP konzipiert, nicht als Doppelalbum. Die Spieldauer entspricht ungefähr der Hälfte eines damaligen Queen-Konzerts. Einige Songs sind sogar gekürzt. Das macht die Platte zugänglicher – vor allem für Leute, die Queen live erleben wollen, ohne gleich ein komplettes Stadionkonzert zu hören.

Der Großteil der Songs (11 von 15) stammt vom Konzert am 9. August 1986 aus dem Knebworth Park, dem letzten Konzert der Magic Tour. Mehr als 120.000 Zuschauer waren damals live dabei.

Und noch etwas macht diese Aufnahme zu etwas ganz Besonderem. Es war Freddie Mercurys letzter Live-Auftritt mit Queen. Andere Aufnahmen von der Platte stammen zum Beispiel aus Budapest und auch aus Wembley.

"Bohemian Rhapsody" von Queen wurde auf "Live Magic" gekürzt

Auf "Live Magic" findet sich natürlich auch "Bohemian Rhapsody", einer der bekanntesten Songs der Band, allerdings in einer gekürzten Fassung. Der Opernteil aus der Mitte des Songs wurde dort herausgekürzt – eine bewusste Entscheidung.

Queen – Bohemian Rhapsody (Official Video Remastered)

Der Opern-Mittelteil war bei Queen-Konzerten immer vom Band zugespielt worden, weil er technisch nicht spielbar war. Bei "Live at Wembley ’86" hört man ihn, weil dort das komplette Konzert dokumentiert wird. Bei "Live Magic" hat man ihn weggelassen, um das Album straff und flüssig zu halten.

Das ist natürlich Geschmackssache und wurde auch häufig diskutiert. Man hört den Schnitt, aber "Live Magic" ist eben ein Livealbum, bei dem alles live sein sollte.

Das haben "Live Magic" und "Live at Wembley ’86" von Queen gemeinsam

Aber es gibt auch Momente, in denen "Live Magic" dann doch sehr nah an die Aufnahme von "Live at Wembley ’86" herankommt. Es geht um die Energie.

Freddie Mercury in absoluter Bühnenkontrolle, eine Band, die perfekt zusammenspielt, ein Publikum, das jede Geste mitgeht. "Live Magic" zeigt Queen auf dem Höhepunkt ihrer Live-Kunst – nur eben komprimiert.

"Live Magic" zeigt Queen auf dem Höhepunkt ihrer Live-Kunst

"Live Magic" ist nicht das ultimative Queen-Live-Album – das ist und bleibt Wembley. Aber es ist zumindest interessant. Große Hits, hohe Intensität, keine Längen. Und mit dem Wissen von heute muss man dieses Live-Album als ein besonderes Zeitdokument betrachten. Es dokumentiert das letzte Live-Konzert von Freddie Mercur und damit das Ende einer Ära, ohne dass es damals jemand wusste.

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Bernd Rosinus
SWR1 Musikchef Bernd Rosinus erzählt die Geschichten zu den größten Hits aus der Rock- und Popmusik. © SWR
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