„Olympische Spiele der Musik“

Klarinettistin Chiara Holtmann: Vorfreude auf den ARD Musikwettbewerb

Vom 1. bis 19. September finden in München die „olympischen Spiele der Musik“ statt: der ARD Musikwettbewerb. Eine der diesjährigen Teilnehmerinnen ist die junge Klarinettistin Chiara Holtmann aus Tübingen. Im Gespräch mit SWR Kultur erzählt sie, was beim Wettbewerb gefordert wird und warum sie sich trotz der Herausforderung darauf freut.

Teilen

Stand

Bei der diesjährigen Ausgabe des Internationalen Musikwettbewerb der ARD messen sich junge Musikerinnen und Musiker in den Fächern Klarinette, Klavier und Trompete. Als einer der prestigeträchtigsten Klassikwettbewerbe weltweit für klassische Musik war er ein Karrieresprungbrett für große Karrieren wie die von Jessye Norman, Mitsuko Uchida, Christian Tetzlaff oder das Quatuor Ébène.

Social-Media-Beitrag auf Instagram von ard_competition

„Ich versuche einfach Spaß zu haben“

Eine, die nun in diese Fußstapfen treten könnte, ist die 2004 geborene Klarinettistin Chiara Holtmann aus Tübingen. Sie ist Mitglied des Bundesjugendorchesters und mehrmalige erfolgreiche Teilnehmerin bei Jugend musiziert.

„Ich versuche einfach Spaß zu haben und den Bewertungsaspekt auszublenden“, sagt Holtmann im Gespräch mit SWR Kultur. „In der Musik geht es für mich auch mehr um Spaß und dieses Gefühl, dass ich das auch rüberbringen kann.“

Erste Wettbewerbsrunde mit Weber und Illés

In der ersten Runde des Wettbewerbs wird die junge Klarinettistin zwei völlig unterschiedliche Werke spielen: das romantische erste Klarinettenkonzert von Carl Maria von Weber sowie die technisch herausfordernden modernen Drei Aquarelle für Klarinette solo von Márton Illés.

„Man muss Virtuosität zeigen: schnelle Tonleiter, große Intervalle“, erklärt Holtmann über das Weber-Konzert. „Da kann man wirklich große Atemkontrolle und die Phrasierungen zeigen und, ob man die Musik richtig verstanden hat“.

Bei Illés seien hingegen ganz andere Techniken gefordert: „Da geht es mehr um Effekte. Also nicht um Melodie, sondern dass man die Bedeutung der Aquarelle mehr herausbringt.“

Doku: Der ARD-Musikwettbewerb 2024

Wettbewerb als Chance zum persönlichen Wachstum

Hinsichtlich des Wettbewerbs denke sie gar nicht so sehr an ihre Chancen, erklärt Holtmann. „Ich mache es für mich, weil ich mich auch selber weiterentwickeln möchte. Ich habe auch in der Vorbereitung viel gelernt. Es hat sich auf jeden Fall jetzt schon gelohnt, dass ich da mitmache.“

Sie freue sich darauf, neue Leute kennenzulernen und ganz viele verschiedene Interpretationen zu hören, so Holtmann abschließend. „Ich bin sehr gespannt“, verrät die Klarinettistin aus Tübingen zum Abschluss.

Schwetzinger SWR Festspiele 2025 ARD Preisträger*innen spielen Beethoven, Mozart, Pejacevic und mehr

Sie haben die Zukunft für sich: die Preisträger*innen des ARD-Musikwettbewerbs, der sich in den 73 Jahren seines Bestehens als eine der entscheidenden und gefragtesten Talentbörsen weltweit bewährte. Die jüngsten Preisträger, traditionell zu Gast bei den Schwetzinger SWR Festspielen, mischen diesmal Altes und Neues, Bekanntes und Wiederzuentdeckendes.

ARD Konzert SWR Kultur

Glosse Aufmunterungen eines Losers: Über das Verlieren bei Musikwettbewerben

Wer gewinnen will, muss auch verlieren können. Gordon Kampe stellt das unter Beweis. Und: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. So lautet das Lebensmotto vieler Musiker*innen, wie sich beim diesjährigen ARD-Musikwettbewerb wieder zeigte. Komponist Gordon Kampe formuliert in seiner Glosse eine realistische Aussicht auf das, worauf sich die zukünftigen Talente einstellen müssen.

Treffpunkt Klassik SWR Kultur

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Malte Hemmerich
Malte Hemmerich, Team SWR Kultur
Interview mit
Chiara Holtmann