Erst eine Stunde vor dem Auftritt am 4. Juli im Stadtpalais Stuttgart kommen die Musiker von Willow Parlo an. Eine staureiche zwölf Stunden-Fahrt steckt ihnen in den Knochen. Eine nervenaufreibende Anfahrt, die sinnbildlich für den Karrierestart der jungen Band steht. Den Auftritt in Stuttgart wollten sie sich aber nicht entgehen lassen, gerade Präsenz auf Bühnen ebnet den Weg zur Musikkariere, der auch in Zeiten von Social Media nicht gerade leicht ist, findet Frontfrau Noemi Bunk.
Jazzopen werden vielfältiger
Die Band ist vor rund fünf Jahren mit Dream-Pop an den Start gegangen und mittlerweile eher bei Indie-Rock-Pop angekommen. Ihre Songs schwanken zwischen Gute-Laune-Rhythmen und ernsten persönlichen Texten. Eine Klangfarbe, die die Jazzopen vielfältiger macht, so Kai Erdlenbruch zuständig für die Open Stages der Jazzopen.
Im Stadtpalais spielen Bands, die schon auf Tour gehen
Der Musikpavillon an der Königstraße biete sich an für eher die regionalen Bands, die sich dem Stuttgarter Publikum vorstellen können. Da gebe es auch mal Laufkundschaft, die einfach mal stehen bleibe und die Musik genieße. Dagegen sind im Stadtpalais Bands, die schon viel auf Festivals unterwegs sind, aber teilweise ihr erstes Konzert in Stuttgart spielen.
Schon viele künftige Stars entdeckt
Private Sponsoren und die Stadt Stuttgart finanzieren die kostenlosen Konzerte, sagt Festivalleiter Jürgen Schlensog. Die Auswahl treffen die Jazzopen. Ein Aufwand, der sich lohnt, denn schon häufiger habe er so künftige Stars entdeckt. So wäre ihm schon 2017 klar geworden das „Die Meute“ „abfliegen werden“, inzwischen treten die Hamburger auf richtig großen Bühnen auf.
Und der Saxophonist Jakob Manns aus Bad Urach sei im Moment ein absoluter Shooting- Star im deutschen Jazz, gehöre bereits zum Besten, was in Europa herumläuft.
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Finanziell lohnt sich der Aufwand bisher nicht
Soweit ist Willow Parlo noch nicht, auch wenn sie schon international unterwegs waren. Bislang brauchen sie viel Durchhaltevermögen, denn finanziell lohne sich das meiste nicht, sagt der Schlagzeuger Jan Hendrik Schnoor:
„Aber es ist trotzdem getrieben von so einer Leidenschaft, die man dafür hat, dass man das unbedingt machen will und dadurch auch irgendwie muss. Das ist trotzdem ein schönes Gefühl, dass man trotzdem die Möglichkeit hat, in verschiedenen Städten zu spielen und durch die Gegend zu reisen und Musik zu machen.“
Keine Sorge um neue Talente
Diesem inneren Ruf folgen auch heute noch viele junge Musiker. Deshalb macht sich Jürgen Schlensog auch keine Sorgen über neue Talente, auch für die großen Bühnen. So wie Willow Parlo, die auch in Stuttgart schon ihre Professionalität bewiesen haben und beim nächsten Besuch der Jazzopen vielleicht schon auf der größeren Bühne stehen.
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