Zurück in die Neunziger

Oasis-Reunion 2025: Gallagher-Brüder sorgen für Britpop-Nostalgie

Wer in den 1990er-Jahren jung war, kam an den Brüdern Liam und Noel Gallagher nicht vorbei: Songs wie „Wonderwall“ und „Don't Look Back in Anger“ wurden zu einer Art Soundtrack der Zeit. Mehr als 30 Jahre nach diesen großen Hits meldet sich die Band nun zurück, mit einem Aufritt in Cardiff und der anschließenden Tour „Oasis Live '25“.

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Cardiff rechnet mit sehr vielen Besuchern – auch aus Deutschland. Warum begeistert diese Band noch immer? Musikexperte Bernd Lechler meint im Gespräch mit SWR Kultur, dass es hier vor allem um eine Britpop-Nostalgie geht: „Oasis sind eine ikonische Marke“.

Wie kaum eine andere Gruppe verkörperte Oasis in den 1990er-Jahren eine lässige, hedonistische und breitbeinige „Lad Culture“, so Lechler, auch durch ihren markanten Look mit Sneakern, Parkern und schlichtem Design in Schwarz-Weiß.

Oasis - Wonderwall (Official Video)

2009 zerbricht Oasis am Streit der Gallagher-Brüder

Im August 2009 verließ Songwriter Noel Gallagher nach einer Backstage-Prügelei die Band, wenige Monate später erklärte Frontman Liam Oasis offiziell für aufgelöst.

Trotzdem sei Oasis immer unterhaltsam gewesen, so der Experte. Der immerwährende Streit der Gallagher-Brüder habe dafür gesorgt, dass die Band bis heute in den Schlagzeilen präsent bleibe.

Liam und Noel Gallagher, SW-Foto, 2008.
Liam und Noel Gallagher in einem Porträt aus dem Jahr 2008. Ein Jahr später trennen sich die Brüder im Streit, Oasis wird aufgelöst.

Erinnerung an das „Cool Britannia“ der 1990er-Jahre

Auch künstlerisch waren die Geschwister nie komplett weg. Noel Gallagher war mit den „High Flying Birds“ aktiv, Liam hatte mit Oasis-inspirierter Musik in den britischen Charts Erfolg.

Ob die Reunion-Tour nun das Resultat einer Annäherung der Brüder ist, wisse man nicht genau, so Lechler. Anzeichen gebe es jedoch. Vermutlich wolle die Band aber auch ihre Musik wieder vor vollen Stadien performen.

Zudem haben die Songs von Oasis etwas zeitloses und einen großen Nostalgie-Faktor. Gerade in Großbritannien galten die 1990er-Jahre mit der „Cool Britannia“ als eine optimistische und zuversichtliche Zeit ohne große Zukunftsangst. Dieses Gefühl könnte Oasis nun auch für neue Generationen auf die Bühne bringen.

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Die Musikwelt ist in Aufruhr: Nach dem tragischen Tod von Chester Bennington 2017 singt nun mit Emily Armstrong eine Frau bei Linkin Park. Einige Fans sehen das kritisch, doch eine Neubesetzung am Mikro ist nicht per se zum Scheitern verurteilt.

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Martin Gramlich
Martin Gramlich, SWR Kultur Moderator
Interview mit
Bernd Lechler