Inga Humpe ist durch ihr Mitwirken in vielen Bands bekannt, darunter die Punk-Band Neonbabies, die Gruppe DÖF und nicht zuletzt das Duo 2raumwohnung. Der Sommerhit "36 Grad" aus dem Jahr 2007 ist auch heute noch ein Ohrwurm.
So feiert Inga Humpe ihren 70. Geburtstag
SWR1: Bei einem Geburtstag im Januar hast du nie 36 Grad, außer du reist in die Karibik. Wie verbringst du deinen Geburtstag?
Inga Humpe: Ich habe das Glück, dass ich an meinem Geburtstag im Süden bin. Das heißt, es ist nicht ganz so kalt, aber ganz normal, wie bei allen Leuten. Ich esse und trinke mit ein paar Freunden, und weil viele Musiker dabei sind, werden wir wahrscheinlich noch tanzen.
SWR1: Als Kind war es früher im Januar wahrscheinlich nicht so schön, oder?
Humpe: Als Kind ist einem das Wetter auch ein bisschen egal. Also ich kann mich daran nicht erinnern, dass ich das schlecht fand. Das war eben so.
Ich bin in einer Konditorei aufgewachsen und hatte das Glück, dass mein Vater mir immer eine Torte gebacken hat. Ganz persönlich, eine mit kleinen Figuren aus Marzipan darauf und so. Da konnte man gar nicht meckern, auch nicht übers Wetter.
Als Alien "Codo" wurde Humpe bekannt
SWR1: Der Song "36 Grad" von deiner Band 2raumwohnung ist eines von vielen Beispielen deiner Karriere. Aber ich würde mal sagen, die meisten haben dich durch den Song "Codo" von DÖF kennengelernt. Da bist du die Stimme der Liebe.
Humpe: Ich bin sogar der Codo, das war ja ein kleiner Alien.
SWR1: Eigentlich sollte das nur Comedy sein, mit zwei österreichischen Kollegen. Und es ist ein Megahit geworden. Wie fühlt sich das heute an?
Humpe: Immer noch gut. Wenn man einen Megahit hat und noch nicht mal geplant hat, dass es einer wird, dann ist das natürlich alles eine Überraschung. Das kommt einem alles wie ein Geschenk vor.
Erfolg mit DÖF war für Humpe "wie ein Geschenk"
SWR1: Wie war das eigentlich? Man fängt an und will Comedy machen, und wie hat sich das dann ergeben?
Humpe: Ach, wir haben damals überhaupt nicht in irgendwelchen Kategorien gedacht. Wir haben einfach das gemacht, was uns Spaß macht. Die beiden Jungs (Anm. d. Red.: Joesi Prokopetz und Manfred Tauchen), die waren uns aufgefallen, weil die witzig waren. Auch vorher schon hatten die so lustige Sachen gemacht.
Und es gab damals noch gar keine Comedy-Kultur, wir haben einfach drauflosgemacht. Das war nach dem Abgesang der Neuen Deutschen Welle. Da war das irgendwie ein Highlight.
Inga Humpe träumt vom internationalen Erfolg
SWR1: Musikalisch hast du so viel Verschiedenes gemacht. 2raumwohnung gibt es immer noch, zusammen mit deinem Partner Tommi Eckart, in den 80ern gab es mit deiner Schwester Annette das Pop-Duo Humpe & Humpe, und ganz früher die Punkband Neonbabies. Was hast du denn noch vor?
Humpe: Ich habe immer noch meinen Traum noch nicht erfüllt, dass man international auch nochmal etwas reißt aus Deutschland. Das ist aber so ein bisschen absurd. Es steht einfach nur noch auf meinem jugendlichen alten Zettel. Wenn man es nicht erfüllt hat, dann ist es auch immer wieder Motivation – wir machen ja weiter Musik.
Ich glaube, das ist auch eine Qualität, je älter man wird. Das hat auch was, mit so viel Erfahrung und so vielen Möglichkeiten zurückzublicken. Was war gut, was war nicht gut? Mit Analysen darüber, also mit so einer Situation nochmal weiterzuarbeiten in meinem hohen Alter, das macht schon Spaß.