Wer braucht Schwanensee mit Helmut Lotti?
Hat er denn nicht recht? Timothée Chalamet? Ballett, ja. Schön und gut. Da hat er Respekt davor, der gute Timothée. Haben wir alle, Respekt. Das ist ehrenwerte, gute alte Kunst. Aber wer kann denn das noch hören? Insbesondere wenn Helmut Lotti zu Schwanensee singt? Das kann weg, höchste Zeit.
Und wo wir gerade dabei sind: Theater ist mindestens ebenso vermodert. Der ganze Krempel, „Faust“ und Konsorten, der ist so alt, den kennt der Chalamet schon gar nicht mehr. Lasst gut sein, ihr Alten!
Wagners Nibelheim gibt's auf der Kuhweide
Man kann es nicht leugnen: Der neue Hollywood-Superstar hat einfach recht. Wozu brauchen wir noch langweilige Opernabende? Nibelheims Glockengeklingel aus Wagners Rheingold habe ich im Allgäu gerade erst live auf einer Kuhweide gehört. Dazu brauche ich wirklich nicht in die Oper zu gehen.
Und seien wir ehrlich: So geht es weiter, in einer Tour. Dieser ganz Kulturquark. Völlig verzichtbar. Neue Musik aus Donaueschingen, pfft. Wenn das alles ist: Das habe ich beim letzten Gemeindefest von unserer Blaskapelle schon besser gehört.
Seien wir also einfach dankbar, dass es Schauspieler wie Timothée Chalamet gibt. Und Filme wie „Marty Supreme“. Weil da zum Beispiel Tischtennis gespielt wird. Richtig viel Tischtennis.
Auch die Kino-Träume sind dieselben
Und weil Timothée Chalamet im Film auch einfach mal völlig neue Dinge sagt, die man so noch nie gehört hat. Hier, so etwas: „Ich habe einen Traum. Und das bedeutet, ich bin verpflichtet, diese eine Sache zu Ende zu bringen. Egal was es kostet.“ Aufregend neu ist das. Oder etwa nicht?
Na schön, Abba hat was ganz Ähnliches gesungen. Und es gab da einen gewissen Martin Luther King und irgendein Zitat mit „dream“.
Also schön, lassen wir‘s auch mit diesem Kino. Das ist genauso überholt. Und auch – mit diesem Kulturradio. Was hat denn das alles noch für einen…?