Wie ein Instrument eine Stadt prägt
Die kleine Stadt Trossingen im Landkreis Tuttlingen hat an sich nichts Besonderes. Doch Trossingen ist die Heimstätte der Harmonika. Dort sitzt die Firma Hohner, die seit über 150 Jahren Harmonikas herstellt: Die kleine Schubladen-Variante, die Mundharmonika und das deutlich größere Akkordeon.
Die Firma Hohner hat das Städtchen geprägt und tut es bis heute. Es gibt das Hohner-Areal, das Deutsche Harmonikamuseum und die Hochschule für Musik, wo man Akkordeon – das Instrument des Jahres – studieren kann.
Hohner und das Harmonikamuseum
Im Hohner-Areal stehen frühere Fabrikgebäude aus alten Backsteinen. Sie beherbergen die Stadtbibliothek und das Deutsche Harmonikamuseum, wo die Geschichte der Harmonika erlebt werden kann.
Das Akkordeon kommt in den unterschiedlichsten Facetten daher: festlich oder rustikal, schwarz oder bunt, lackiert, aus Perlmutt oder mit Intarsien. Stets zu sehen: der Hohner-Schriftzug. Design, Schrift und Oberfläche verraten, aus welcher Zeit ein Akkordeon stammt.
Obwohl Hohner weiterhin einen Großteil seiner Instrumente in Trossingen produziert und Marktführer im Bereich Akkordeons ist, hat sich die Hohner-Community zunehmend ins Internet verlagert. Der Austausch im Museum werde seltener, wie der Museumsleiter Salvatore Martinelli bedauert.
Das Akkordeon als Studienfach
Nur wenige Minuten vom Museum entfernt liegt die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen. In dem 70er-Jahre-Bau können Menschen im Hauptfach studieren. Wer von außen kommt und einen Akkordeon-Schliff möchte, kann an Workshops und Meisterkursen teilnehmen.
Professor Hans Maier liebt das vielseitige Instrument, das sich wie ein Chamäleon jeder musikalischen Umgebung anpassen könne. Er tüftelt an besonderen Akkordeonvarianten zusammen mit Instrumentenbauern, musiziert selbst, unterrichtet und versucht, den Kindern im Trossinger Kindergarten zeitgenössische Musik nahezubringen.
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