Aufgenommen wurde das Konzert am 18. Juni 1988 im Rose Bowl in Pasadena vor rund 60.000 Fans.
Noch ein paar Jahre davor wurden Depeche Mode als Teenie-Pop-Band belächelt. Das Live-Album zeigt, was in den Achtzigern möglich gewesen ist. Und bei "101" schaffen Depeche Mode es trotz riesiger Technik und einem gewaltigen Stadion, ganz viel Nähe zu schaffen und emotionale Momente zu transportieren.
Die Magie an "101" von Depeche Mode
Die Magie von "101" liegt in der Spannung zwischen Maschine und Mensch. Die Songs sind elektronisch exakt programmiert. Dabei spielt die Band Teile davon ein, andere Teile spielen sie live. Das Ganze wirkt aber überhaupt nicht so, sondern extrem direkt und ehrlich. Dazu kommt noch diese Atmosphäre mit Chor, teilweise aus sechzigtausend Stimmen.
Der außergewöhnliche Sound von "101" von Depeche Mode
Und plötzlich sind aus diesen kühlen Sequenzen echte Gänsehautmomente geworden. Man hört auch ganz deutlich, wie das Publikum Teil der Musik geworden ist. Dazu ist der Live-Sound extrem klar. Also kein verwaschener Hall, sondern es gibt viel Druck, Tiefe und Dynamik. Für ein elektronisches Live-Album Ende der 80er ist das wirklich außergewöhnlich.
Live-Erlebnis auf der großen Leinwand Depeche Mode kommen mit Konzertfilm "M" in die Kinos
Erst am Freitag, 24. Oktober 2025, hat die englische Band Depeche Mode den neuen Song "In The End" rausgebracht. Am 28. Oktober 2025 kommt der Konzertfilm "M" in ausgewählte Kinos.
Das passierte mit Depeche Mode Ende der 80er
Die Jahre 1987 und 1988 sind für Depeche Mode ein echter Wendepunkt. Dave Gahan ist endgültig zum charismatischen Frontmann geworden, Gitarrist Martin Gore etabliert sich als einer der wichtigsten Songwriter der Dekade. Keyboarder Alan Wilder prägt massiv den Live-Sound von Depeche Mode – er wird komplexer, dunkler und erwachsener.
"101" – der letzte unschuldige Moment von Depeche Mode
Depeche Mode verabschiedet sich hier ganz klar vom reinen Synthie-Pop-Image. Gleichzeitig wächst aber auch der Druck, denn der Erfolg ist größer geworden und die Touren werden anstrengender, weil auch die Erwartungen an die Band höher werden. "101" ist damit auch so etwas wie das Dokument des letzten unschuldigen Moments, bevor es in den 90ern musikalisch und persönlich deutlich düsterer geworden ist.
Sänger Dave Gahan hat später selbst gesagt: "Rund um das Rose-Bowl-Konzert hat sich alles immer größer angefühlt. Ich habe diese Zeit zu sehr ausgereizt mit Feiern, Alkohol und Experimenten." Das ist im Rückblick der Einstieg in eine Spirale gewesen, die ihn erst Jahre später richtig eingeholt hat.
Ein besonderer Moment auf Depeche Mode "101"
Einen großen Unterschied zwischen der Studioversion und dem Live-Mitschnitt aus dem Rose Bowl in Pasadena erleben wir beim Song "Everything Counts". Im Studio ist der Song ein eher nüchternes, politisches Statement. Live wird "Everything Counts" zu einem kollektiven Ritual.
Das Publikum übernimmt den Refrain, die Percussion ist wuchtiger geworden und aus Kritik entsteht dabei ein gemeinsames Statement. Die Band und das Publikum verschmelzen regelrecht – und das ist für mich auch die Essenz aus "101".
Noch mehr 80er bei SWR1