Donald Trump streicht aktuell Diversitätsprogramme in Kultureinrichtungen und lässt historische Dokumente verschwinden – zum Beispiel Bilder des US-Militärs, die Frauen oder queere Menschen zeigen. Der US-Präsident will nur noch ein Kulturangebot fördern, das Amerika völlig unkritisch preist. Klingt schrecklich, scheint aber auch ganz schön weit weg. Doch der Germanist Christoph Bartmann sieht eine ähnliche Entwicklung in Deutschland.
So nutzen Rechtspopulisten die Kulturpolitik für sich
"Attacke von rechts - Der neue Kampf um die Kultur" heißt das aktuelle Buch von Christoph Bartmann. Darin macht er anhand internationaler Beispiele deutlich, wie Rechtspopulisten die Kulturpolitik als Kampfplatz für ihre Ideologie nutzen.
Andere Parteien mögen denken, Museen, Theater und Bibliotheken sind nicht die Orte, von denen aus sich Gesellschaft gestalten lässt. Doch Bartmann zeigt Strategien, mit denen rechte Bewegungen Einfluss auf Kulturinstitutionen, Medien und Erinnerungspolitik nehmen wollen. Dort wollen sie völkische und homophobe Einstellungen verbreiten und den Tabubruch austesten. Bartmann ist aber auch der Meinung: Noch ist dieser Kulturkampf nicht verloren.