Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Die Wissenschaft hinter dem Mythos
In seinem neusten Buch "Stille Nacht, eilige Nacht" folgt Metin Tolan mit einem Augenzwinkern der Spur des Weihnachtsmanns. Und in SWR1 Leute berichtet der Communicator-Preisträger kurz vor dem Fest unterhaltsam von vereinzelten Sichtungen des Weihnachtsmanns und was Rentiere und Raumschiffe gemeinsam haben.
Christkind oder Weihnachtsmann – wen gibt es wirklich?
Metin Tolan und die Physik lieben klare Daten und reproduzierbare Beobachtungen. Vergleicht man die beiden Gabenbringer, gewinnt der Weihnachtsmann den „Wissenschafts-Check“ durch pure Konstanz.
Roter Mantel, weißer Bart, Rentierschlitten – die Beschreibungen sind weltweit fast identisch. Für einen Physiker ist er ein klar definiertes Objekt. Das Christkind hingegen ist keine klar definierte Figur. Mal erscheint es als Kleinkind, mal als engelhafte Figur mit Flügeln, mal als flüchtiges Licht.
Als Physiker würde ich sagen: Das Christkind ist eher eine unscharfe Figur, während der Weihnachtsmann ein erstaunlich konsistentes Bild liefert.
Adressen, die träumen lassen So kommt der Wunschzettel bei Christkind und Weihnachtsmann an
Es ist Zeit für den Wunschzettel! Aber wohin schickt man den Brief an Weihnachtsmann, Christkind oder Nikolaus am besten? In Deutschland sind die drei an mehreren Orten gemeldet.
Ist der Weihnachtsmann zu dick?
Dass der Weihnachtsmann gerne nascht, ist kein Geheimnis. Doch schaut man sich die Zahlen an, wird es medizinisch relevant. Studien, die Darstellungen in Filmen und der Werbung unter die Lupe genommen haben, zeigen ein deutliches Bild. Diagnose Fettleibigkeit.
Neun von zehn gelten als stark fettleibig, mit einem Body-Mass-Index über 40. Fettleibigkeit kann jede Berufsgruppe treffen, in diesem Fall den Weihnachtsmann.
Plätzchen backen: Die besten Rezepte
Der Weihnachtsmann-Check: Was sagt die Physik dazu?
Metin Tolan geht bei seinen Überlegungen zur Existenz des Weihnachtsmannes erst ein Mal davon aus, dass sich die vielen Millionen Menschen, die an den Weihnachtsmann glauben, ja nicht irren können. Dann analysiert er die einzelnen Aspekte des Weihnachtsmanns mit seiner physikalischen Expertise.
Relativitätstheorie: Hilft Einstein dem Weihnachtsmann?
Um alle Haushalte auf der Welt, die an den Weihnachtsmann glauben, am Weihnachtsabend oder Weihnachtstag besuchen zu können – müsste der Weihnachtsmann unglaublich schnell unterwegs sein.
Man kommt zu dem Schluss, dass er sich extrem schnell bewegen muss, nämlich mit 711 Kilometern pro Sekunde.
Die nächste Herausforderung: den Weihnachtsmann überhaupt zu Gesicht bekommen. Denn: er müsste laut Metin Tolan sage und schreibe ca. 2000 Haushalte in der Sekunde besuchen.
Sich vor den Kamin zu stellen und zu gucken, ob der Weihnachtsmann da rauskommt, der ist also so schnell wieder weg, dass man ihn nicht sehen kann.
Überschall im Rentierschlitten: Wie schnell müsste der Weihnachtsmann sein?
Wenn der Weihnachtsmann wirklich alle Geschenke in einer Nacht ausliefern will, muss er ordentlich Gas geben. Er müsste mit mehr als die 2.000-fache Schallgeschwindigkeit um den Globus reisen.
Wir leben ja in einer Welt, die von physikalischen Gesetzen bestimmt wird, und wir versuchen, die Welt zu erklären. Physik ist nicht irgendeine theoretische Wissenschaft, sondern man versucht, die Welt zu erklären.
Bei diesem Tempo wird die Luft zum Problem: Genau wie eine Raumkapsel beim Wiedereintritt in die Atmosphäre, würde der Schlitten durch die enorme Reibung extrem heiß werden. Das vordere Rentier müsste also nicht nur eine rote Nase haben, sondern eigentlich einen Hitzeschild aus Keramik, um nicht einfach zu verglühen.
Das haben Rentiere und Raumschiffe gemeinsam
Metin Tolans Physik-Erklärbücher nehmen von James Bond bis Star Trek alles ins physikalische Visier. So hat er in "Manchmal gewinnt der Bessere" erklärt, warum Fußball der ungerechteste Sport der Welt ist. Er hat den Untergang der Titanic und die filmische Hollywood-Umsetzung der Katastrophe physikalisch beleuchtet. Und im Buch "Die Star Trek Physik" erklärt er, ob wir 2200 tatsächlich neue Galaxien erforschen werden.
Metin Tolan ist Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund und war zwölf Jahre Prorektor. Zwischendurch war er für vier Jahre Präsident der Georg-August Universität Göttingen.