Plädoyer für Föderalismus

Letzte Rede im Bundesrat: Kretschmann wirft Bund "Respektlosigkeit" vor

An 182 Sitzungen im Bundesrat hat Winfried Kretschmann teilgenommen. Am Freitag war seine letzte Sitzung - und die nutzte er für einen Appel und scharfe Kritik.

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Der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wirft dem Bund eine Missachtung der Länderinteressen vor und fordert eine Neuordnung der Bund-Länder-Beziehungen. Der Grünen-Politiker kritisierte bei seinem letzten Auftritt im Bundesrat, der Föderalismus als Bollwerk gegen zentralistische Allmachtsfantasien werde seit vielen Jahren "verbogen". Das Gespür für gut funktionierenden Föderalismus sei "zunehmend abhandengekommen".

Kretschmann: Bundesrat ist "Konsensmaschine"

Winfried Kretschmann nutzte seine letzte Bundesratssitzung, um erneut ein Plädoyer für Bürgernähe und Föderalismus zu halten. Der Bundesrat sei eine "Konsensmaschine", um die Deutschland in anderen Ländern beneidet werde.

Vorwurf der "Respektlosigkeit" in Richtung Bund

Der Ministerpräsident erwähnte auch die vom Bund eigentlich geplante steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro, die Unternehmen an ihre Beschäftigten zahlen können. Das erinnere ihn an andere Gesetzesvorhaben des Bundes nach dem Motto: "Hier ist unsere Idee, macht was draus, ihr Länder und Kommunen. Aber ich glaube, so funktioniert der Föderalismus nicht", sagte der Grünen-Politiker. Der Bundesrat hat der Entlastungsprämie am Freitag überraschend nicht zugestimmt.

Zugleich kritisierte Kretschmann, dass vom Bund Gesetzesvorhaben aus den Ländern "auf die lange Bank geschoben" würden. Der Grünen-Politiker wertete dies als "Respektlosigkeit" gegenüber der Länderkammer und auch gegenüber dem Grundgesetz.

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Lorenz Zeck
SWR-Redakteur Lorenz Zeck

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