Im Kampf gegen die Asiatische Hornisse sind in Rheinstetten bei Karlsruhe Imker und Freiwillige zusammengekommen. Der Badische Imkerverband will ein Netzwerk von Nestentfernern aufbauen, die dann aktiv werden, wenn Nester geortet werden. Trotz des Einsatzes hat sich die Zahl der Nester in Baden-Württemberg innerhalb eines Jahres verdoppelt.
15 bis 20 Nester pro Quadratkilometer
Bianca Duventäster vom Badischer Imkerverband zufolge würde es problematisch werden, wenn das so weiterginge. "Wir müssen nur mal nach Frankreich schauen. Dort haben wir Nestdichten von 15 bis 20 Nester pro Quadratkilometer. Die Bestäuber fehlen. Landwirte haben hohe Umwelteinbußen durch Ernteausfälle", so Duventäster weiter.
Frankreich: Einsatz von Insektiziden
In Schiltigheim bei Straßburg setzen die Fachleute, anders als in Deutschland, auf Insektizide. Jetzt im Herbst kommen die Nester besonders zum Vorschein. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, müssen vor allem die Königinnen getötet werden. Einige Städte wollen sie gänzlich ausrotten, doch weil Vorschriften fehlen, passiert zu wenig.
Badischer Imkerverband fühlt sich im Stich gelassen
Auf der anderen Rheinseite, in Deutschland, hat sich die Art auch in Wohngebieten eingenistet, beklagen die Imker. Um die Asiatischen Hornissen zu bekämpfen, werden die Tiere mit Co2 betäubt. Die Imker müssen jetzt schnell sein, bevor sie wieder aufwachen, um die Königinnen zu töten. Der Einsatz der Imker ist nicht ungefährlich.
Imker: "Gesamt-gesellschaftliches Problem"
Das Bundesumweltministerium hat Anfang des Jahres die Asiatische Hornisse als eine etablierte Art umgestuft. Das bedeutet: Sie muss nicht mehr aktiv bekämpft werden. Nur dort, wo die Biodiversität gefährdet ist. Der Badische Imkerverband fühlt sich im Stich gelassen. Aus Sicht von Bianca Duventäster vom Badischer Imkerverband ist es kein imkerliches Problem. Es sei ein gesamt-gesellschaftliches Problem. Die Mitgliedsbeiträge seien nicht dafür da, dass man sich um die Eindämmung der invasiven Arten kümmert, so Duventäster.