Mehrheit will Grünflächen erhalten

Bürgerentscheid in Überlingen: 70 Prozent stimmen gegen neues Baugebiet auf der "grünen Wiese"

Knapp 70 Prozent stimmten gegen das Vorhaben, das der Gemeinderat zuvor befürwortet hatte. Der geplante Bau von 16 Wohngebäuden auf einer Wiese am Stadtrand von Überlingen ist damit vom Tisch.

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Von Autor/in Thomas Wagner

Bei einem Bürgerentscheid in Überlingen (Bodenseekreis) haben am Sonntag knapp 70 Prozent der abgegebenen Stimmen ein klares "Nein" ergeben. Abgelehnt ist damit das Vorhaben, im geplanten Baugebiet "Rauenstein Ost" quasi auf der grünen Wiese 16 Wohngebäude zu errichten. Dafür stand eine Fläche von 1,4 Hektar zur Verfügung. Die Planung hatte schnell Gegner auf den Plan gerufen, die sich in der Bürgerinitiative "Landschaftspark St. Leonhard" organisierten und den Bürgerentscheid gegen das Bauvorhaben auf den Weg brachten.

Überraschend deutliches Ergebnis gegen neues Baugebiet

Der war nun erfolgreich: Mit großer Mehrheit (5.274 Bürgerinnen und Bürger oder knapp 70 Prozent) lehnten die Abstimmungsteilnehmer das Vorhaben ab. Nur knapp über 30 Prozent (2.342 Stimmen) befürworteten das Vorhaben, das nun nicht umgesetzt wird: Die grüne Wiese unterhalb des Parkhotels St. Leonhard bleibt grüne Wiese. Die Abstimmungsbeteiligung lag mit knapp über 40 Prozent der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger überraschend hoch. Das erforderliche Quorum des Bürgerentscheides wurde deutlich übertroffen.

"Wahnsinnige Freude" bei der Bürgerinitiative

"Ich freue mich wahnsinnig", gab sich Andrea Knorr von der Bürgerinitiative "Landschaftspark St. Leonhard" nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses erleichtert:

Ich kann’s noch gar nicht ganz fassen!

Die Bürgerinitiative hatte in der Vergangenheit Argumente des Landschafts- und Naturschutzes gegen das Bauvorhaben ins Feld geführt. Außerdem wäre, so ihre Argumentation, mit dem neuen Baugebiet mehr Verkehr einhergegangen. "Und es war immer unser Ziel, dass die Bürgerinnen und Bürger darüber selbst abstimmen sollten."

Oberbürgermeister bedauert verpasste Chance zur Schaffung von Wohnraum

Betrübt: Überlingens OB Jan Zeitler
Die Bürgerinnen und Bürger haben die Pläne der Stadt Überlingen klar abgelehnt, "auf der grünen Wiese" 16 neue Häuser zu bauen.

Überlingens Oberbürgermeister Jan Zeitler (SPD), mit der Mehrheit des Gemeinderates erklärter Befürworter des Bauprojektes, meinte am Sonntagabend dennoch:

Ich bin überhaupt nicht enttäuscht. Jetzt haben wir ein klares demokratisches Ergebnis.

Persönlich bedauere er das Ergebnis, weil man auf dem Gebiet nur allzu gerne neuen Wohnraum geschaffen hätte. In der Vergangenheit hatte Zeitler immer wieder mit der Wohnraumknappheit in Überlingen und dem hohen Mieten argumentiert. Nun müsse man weitere Möglichkeiten für Wohngebiete ausloten.

Nach Ansicht der Bürgerinitiative "Landschaftspark St. Leonhard" ist der Bedarf an Wohnraum in Überlingen für die kommenden Jahrzehnte durch mehrere Bauvorhaben ausreichend gedeckt. So entstünden derzeit im Baugebiet "Südlich Härlen" mehr als 200 neue Wohnungen, teils mit Mietpreisbindung. Außerdem seien im Quartier "Kramer Areal" sind insgesamt rund 650 Wohnungen geplant, davon mehr als 150 durch die Stadt Überlingen.

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Thomas Wagner
SWR-Redakteur Thomas Wagner Autor Bild

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