Chef von rund 1.100 Polizistinnen und Polizisten

Offizielle Verabschiedung: Ravensburger Polizeipräsident geht in Ruhestand

Noch ist er Chef von rund 1.100 Polizistinnen und Polizisten: Uwe Stürmer, Präsident des Polizeipräsidiums Ravensburg. Offiziell aber wurde er am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet.

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Von Autor/in Dirk Polzin

Arbeiten wird er noch bis Ende März, doch in den Ruhestand verabschiedet wurde er schon am Donnerstag: Uwe Stürmer, der Leiter des Ravensburger Polizeipräsidiums. Rund 200 Gäste kamen dazu in den Festsaal des Klosters Weißenau (Kreis Ravensburg). Feierlich verabschiedet wurde Stürmer von Staatssekretär Thomas Blenke (CDU).

Stürmer schuf Polizeipräsidium "selbst"

Stürmer wurde 2020 Leiter des Polizeipräsidiums Ravensburg - ein Präsidium, das es nach der Polizeistrukturreform 2014 erst gar nicht gab. Stürmer aber setzte sich jahrelang - anfangs gegen großen Widerstand der Politik - dafür ein, weil die Wege zum zunächst für Oberschwaben zuständigen Präsidium Konstanz schlicht zu weit waren.

Der 63-Jährige gilt in Oberschwaben als bürgernaher Polizeichef, der die Präventionsarbeit der Polizei intensivierte und Neubaupläne für sein Präsidium vorantrieb. Mit dem Bau soll nach Auskunft des baden-württembergischen Innenministeriums im Herbst dieses Jahres begonnen werden. Zuständig ist das Polizeipräsidium Ravensburg für die Landkreise Ravensburg und Sigmaringen sowie den Bodenseekreis. Acht Polizeireviere und 19 Polizeiposten betreuen hier insgesamt rund 650.000 Einwohner.

Supermarkterpresser brachte Stürmer um den Schlaf

Als nervenaufreibendsten Fall während seiner Zeit als Polizeipräsident nennt Stürmer den des Supermarkterpressers, der 2017 angekündigt hatte, vergifteten Babybrei in Drogerie- und Supermärkten zu platzieren, um so eine zweistellige Millionensumme zu erpressen. Stürmer war damals noch stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Konstanz. Unter seiner Leitung gelang es dem Präsidium, den Erpresser zu fassen - einen 53-jährigen Mann aus dem Raum Tübingen. Dass Babys sterben könnten, habe ihm damals mehrere schlaflose Nächte beschert, so Stürmer.

Staatssekretär Thomas Blenke und Polizeipräsident Uwe Stürmer.
Hand drauf: Feierlich verabschiedet wurde Uwe Stürmer von Staatssekretär Thomas Blenke (CDU).

Stürmer arbeitet noch bis Ende März, wurde wegen der Landtagswahl aber schon am Donnerstag verabschiedet. Der 63-Jährige hatte im Vorfeld gegenüber dem SWR erklärt, eine spätere Verabschiedung sei schwierig, weil es nach der Wahl dauere, bis Minister- und Staatssekretärsposten neu besetzt seien.

Zur Verabschiedung am Donnerstag kamen Gäste aus Politik, Gesellschaft und der Polizei selbst. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von einem Quintett des Landespolizeiorchesters und dem Polizeimusikkorps des Ravensburger Präsidiums, auch "Polizeimusik Ravensburg" genannt. Sie hatte sich zu Zeiten der Polizeidirektion Ravensburg gegründet, die Stürmer von 2007 bis 2013 leitete. Mit der Auflösung der Direktion im Rahmen der Polizeistrukturreform löste sich auch die Blaskapelle auf. Als Polizeipräsident hatte Stürmer sie wieder zum Leben erweckt.

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Dirk Polzin
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