Stellenabbau und Kosteneinsparungen

Sparkurs bei ZF: Mitglieder der IG Metall stimmen für Sanierungsplan

Mitglieder der IG Metall unterstützen den Sparkurs bei der Antriebssparte des Autozulieferers ZF Friedrichshafen. Bei einer Abstimmung votierten sie für den Sanierungsplan.

Teilen

Stand

Mitglieder der IG Metall an den deutschen ZF-Standorten haben über das Verhandlungsergebnis zur Sanierung der Antriebssparte "Division E" abgestimmt. 91 Prozent der Mitglieder sprachen sich laut Gewerkschaft für den Sanierungsplan aus. Dieser sieht vor, die Antriebssparte nicht zu verkaufen, sondern zu erhalten. Gleichzeitig sollen allerdings Kosten von bis zu 500 Millionen Euro eingespart werden. Die "Division E" entwickelt und produziert elektrische und hybride Antriebe sowie Verbrenner. Auch der Gesamtbetriebsrat von ZF hat jetzt für den Plan votiert.

Anfang Oktober hatte es bei dem hochverschuldeten Zulieferer ZF eine Einigung auf ein sogenanntes Bündnis für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung gegeben.

IG Metall lobt Solidarität und Zusammenhalt bei ZF

Das Ergebnis der Abstimmung sei ein starkes Signal der Solidarität und des Zusammenhalts in schwierigen Zeiten, sagte Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg. Die Mitglieder bei ZF hätten mit ihrem Votum gezeigt, dass sie bereit seien, Verantwortung zu übernehmen.

Im Juli hatten die ZF-Beschäftigten bei einer großen Protestkundgebung in Friedrichshafen gegen den Verkauf der Antriebssparte und für eine klare Zukunftsperspektive am Standort Friedrichshafen demonstriert.

Beschäftigte des Autozulieferers ZF Friedrichshafen protestieren im Juli gegen Stellenabbau und Sparmaßnahmen.
Rund 6.000 Beschäftigte hattem im Juli vor der ZF-Zentrale in Friedrichshafen demonstriert.

Nach den IG-Metall-Mitgliedern hat auch der Gesamtbetriebsrat von ZF den Plänen für die Neuaufstellung der "Division E" offiziell zugestimmt. Wie der Gesamtbetriebsrat mitteilte, fiel das Votum einstimmig aus. Nun könne das Maßnahmenpaket in Kraft treten.

Abbau von Arbeitsplätzen bei ZF, aber keine Werksschließungen

Der Sanierungsplan war gemeinsam mit dem ZF-Gesamtbetriebsrat und der IG Metall ausgehandelt worden. Management und Arbeitnehmer einigten sich dabei auf umfassende Sparmaßnahmen, die zu Kosteneinsparungen von über einer halben Milliarde Euro bis 2027 führen sollen. Bei der "Division E" wird bis 2030 der Abbau von 7.600 Arbeitsplätzen erwartet, die Arbeitszeit soll verkürzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen.

Werksschließungen bei der großen Sparte in Deutschland sind nach früheren Unternehmensangaben nicht geplant. Große Standorte gibt es am Stammsitz am Bodensee, in Saarbrücken und im bayerischen Schweinfurt. In der Antriebssparte sind weltweit etwas weniger als 30.000 Menschen beschäftigt, gut zwei Drittel davon in Deutschland.

Nürtingen

Krise in der Autobranche So gelingt die Transformation bei einem Autozulieferer in Nürtingen

Der Autozulieferer hofer powertrain in Nürtingen ist ein gutes Beispiel für einen Betrieb, der technisch nach vorne blickt. Und seine Mitarbeiter dabei motiviert und mitnimmt.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Stuttgart

Krise in der Autoindustrie Sparkurs bei Porsche: Kippt die Jobgarantie des Sportwagenbauers?

Der Sportwagenbauer Porsche steht unter Druck. Jetzt verhandeln Management und Arbeitnehmer über weitere Einschnitte. Dabei steht wohl auch die Jobgarantie zur Debatte.

Friedrichshafen

Krise in der Autoindustrie Autozulieferer ZF Friedrichshafen macht Milliardenverlust

Beim Autozulieferer ZF kriselt es. Der Konzern verzeichnete im vergangenen Jahr einen enormen Verlust. Auch der Ausblick für 2025 lässt nicht auf eine rasche Besserung hoffen.

Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Stefanie Baumann
SWR-Redakteurin Stefanie Baumann Autorin Bild

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!