Der finanziell angeschlagene Autozulieferer ZF Friedrichshafen hat mit dem Autobauer BMW einen Milliardenvertrag geschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, soll ZF sein Acht-Gang-Automatgetriebe bis in die späten 2030er-Jahre hinein an den Hersteller BMW liefern und technisch weiterentwickeln.
Der Vertrag mit dem Autobauer umfasse ein Volumen von mehreren Milliarden Euro, heißt es in der Mitteilung. Dabei geht es um das Acht-Gang-Automatgetriebe für Pkw mit Verbrennungsmotor. Das wird zwar in der Hauptsache im ZF-Werk Saarbrücken endmontiert. Die Entwicklung liegt aber am Konzernstandort Friedrichshafen.
Neuer Auftrag sichert Jobs in Friedrichshafen
Der Auftrag von BMW bezieht sich nicht nur auf die Herstellung, sondern auch auf die Weiterentwicklung. Dadurch würden auch Jobs in Friedrichshafen langfristig gesichert, sagte ein ZF-Sprecher dem SWR. Auf die geplanten Stellenstreichungen wirke sich der Vertrag aber nicht aus.
Es sei der größte Einzelauftrag, den die Division E seit 2019 an Land gezogen habe, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Kernsparte, die neben elektrischen und hybriden Antrieben auch Verbrenner entwickelt und produziert, steht im Zentrum der Restrukturierung.
"Diese Vereinbarung unterstreicht die strategische Bedeutung unseres Acht-Gang-Automatgetriebes als zentrale Technologie für den Wandel der Antriebe", sagte ZF-Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich. ZF sucht nach Möglichkeiten, das Geschäft zu beleben. Denn der Autozulieferkonzern ist derzeit mit mehr als zehn Milliarden Euro verschuldet.
ZF Friedrichshafen steckt in der Krise
Bis Ende 2028 sollen früheren Angaben zufolge in Deutschland bis zu 14.000 Stellen im Konzern gestrichen werden. Tausende Jobs sind schon weggefallen. Auch die Arbeitszeit vieler Mitarbeiter wurde gekürzt.
Das Unternehmen ist einer der weltweit größten Automobilzulieferer mit rund 161.600 Mitarbeitern an 161 Standorten in 30 Ländern. 2024 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 41,4 Milliarden Euro. Die Zahlen für 2025 will ZF am 19. März vorlegen.