Bei der Ravensburger Großmolkerei Omira ist am Mittwoch gestreikt worden. Das teilte die Gewerkschaft "Nahrung, Genuss, Gaststätten" (NGG) mit, die zu dem Warnstreik aufgerufen hatte. Omira gehört seit 2017 zum französischen Lactalis-Konzern. Laut NGG wurde zum ersten Mal in der Geschichte von Omira gestreikt.
Hintergrund des Warnstreiks: Nach Angaben der Gewerkschaft laufen seit eineinhalb Jahren Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über verschiedene Tarifverträge - bislang ohne Einigung. Dabei gehe es um die Höhe der Löhne, um Arbeitszeitregelungen, aber auch um Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld.
Gewerkschaft zu Omira: Kein Ziel bei Verhandlungen in Sicht
Für die rund 400 Omira-Beschäftigten gelten laut NGG verschiedene Verträge mit unterschiedlicher Bezahlung für dieselbe Arbeit. Etwa 60 der 90 Beschäftigten der Frühschicht legten nach Angaben der Gewerkschaft ihre Arbeit nieder.
Ursprünglich, so die Gewerkschaft, hätten die Verhandlungen über die Tarifverträge Ende März abgeschlossen sein sollen. Dieses Ziel werde man aber nicht erreichen. Die Gewerkschaft wirft dem Lactalis-Konzern eine "Hinhaltetaktik" vor.
Ab 5 Uhr hatte man deshalb am Mittwoch die rund 90 Beschäftigten der Frühschicht zu einem Warnstreik aufgerufen. Ab 8:30 Uhr liefen Kundgebungen an der Einfahrt zur Molkerei.
Unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und mit Blick auf die langfristige Zukunftsfähigkeit des Standortes sei kein Tarifabschluss im geforderten Rahmen möglich, heißt es in einer Stellungnahme von Lactalis. Man bleibe aber nach wie vor gesprächs- und verhandlungsbereit, so das Unternehmen.