Die Stadt Baden-Baden muss sparen. Auf der Liste der Sparmaßnahmen steht auch der öffentliche Nahverkehr. Es sollen 18 Busfahrer-Stellen abgebaut werden.
Busfahrer in Baden-Baden: 18 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
Der Hauptausschuss der Stadt Baden-Baden hat bereits mehrheitlich grünes Licht für die Sparmaßnahmen gegeben. Weniger Busse pro Stunde und eine neue Liniennetz-Struktur: So sollen pro Jahr etwa zwei Millionen Euro eingespart werden. Konkret: In die Stadtteile beispielsweise im Rebland könnten dann pro Stunde nur noch zwei, statt wie bisher drei Busse fahren. Die Sparliste der Stadt Baden-Baden enthält noch weitere Maßnahmen.
Nach ersten Meldungen sollen 18 Busfahrer-Stellen gestrichen werden. Die Stadtwerke Baden-Baden wollen den Stellenabbau aber sozialverträglich gestalten, hieß es. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nach jetzigem Stand nicht geben.
Einsparungen seien schmerzhaft, aber notwendig
Die Einsparungen seien schmerzhaft, aber unverzichtbar, so der Tenor der letzten Hauptausschuss-Sitzung in Baden-Baden. Lediglich die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung. Auf SWR-Anfrage teilten die Grünen mit, man sehe die geplanten Maßnahmen kritisch, weil der ÖPNV dadurch an Attraktivität verlieren könne.
Die Einsparungen sind angemessen. Baden-Baden steht ja nicht alleine mit diesem Problem da.
Ansgar Gernsbeck von der CDU sagte, möglicherweise seien autonome, also selbstfahrende Busse, ein langfristiger Weg aus der Krise. AfD-Chef Kurt Hermann hält die Einsparungen ebenfalls für unvermeidbar. Weitere Maßnahmen in dieser Richtung seien leider notwendig, weitere Einschnitte im ÖPNV unvermeidbar, so Hermann. Derzeit stünde angesichts der prekären Haushaltslage alles auf dem Prüfstand.
Gewerkschaft ver.di kritisiert geplante Stellenstreichungen
Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die geplanten Stellenstreichungen im Busverkehr von Baden-Baden scharf. Bei der Maßnahme handele es sich um eine vermeidbare Fehlentscheidung. Sowohl die Beschäftigten als auch die Fahrgäste bekämen sie zu spüren, so die Gewerkschaft in einer Mitteilung am Donnerstag. Besonders gravierend sei es, dass einigen der betroffenen Beschäftigten Busführerschein und andere Qualifikationen finanziert worden seien.
Diese Entscheidung ist ein Beispiel dafür, wie man Geld verbrennt und gleichzeitig Beschäftigte vor vollendete Tatsachen stellt.
Bereits heute sei der ÖPNV in Baden-Baden aufgrund von Personalengpässen belastet, so die Gewerkschaft weiter. Der geplante Stellenabbau werde diese Situation weiter verschärfen
KVV warnt vor Attraktivitätsverlust
Auch der Fahrgastbeirat im Karlsruher Verkehrsverbund KVV hat sich zu Wort gemeldet: Dort warnt man vor weitreichenden Einschnitten und fordert, die Attraktivität des ÖPNV zu bewahren.
Anfang Dezember werden die Ortschaftsräte über die Einsparungen im Busverkehr der Kurstadt beraten. Eine endgültige Entscheidung soll dann im Baden-Badener Gemeinderat am 15. Dezember fallen.