Fassungslosigkeit, Resignation, Wut auf den Koalitionspartner - all diese Gefühle spiegelten sich am Wahlabend in den Gesichtern der Besucher der CDU-Wahlparty im Bruchsaler Weingut Klump wider. Dass der lokale CDU-Kandidat Thorsten Schwarz trotzdem mit über 35 Prozent der Stimmen das Direktmandat holte, war am Ende nur ein Achtungserfolg.
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Nach dem Schock vom Landtagswahl-Abend hat die CDU plötzlich wieder Auftrieb. Grund ist der bisher nie dagewesene Patt bei den Mandaten mit den Grünen.
Anspannung auf Wahlparty vor erster Hochrechnung
Schon vor 18.00 Uhr waren die ersten Gäste bei der CDU-Wahlparty in Bruchsal eingetroffen. Und die Stimmung war bereits vor der ersten Prognose angespannt. Sätze wie "ich halt das nicht mehr lange aus!", waren häufiger zu hören. Als dann die erste Hochrechnung über die Großbildschirme flimmerte, war die Stimmung vollends dahin. Lange Gesichter, eine CDU-Vertreterin aus einem Nachbarort schlug entsetzt die Hand vor den Mund.
"Schmutz-Kampagne" habe bei Landtagswahl Stimmen gekostet
Ulli Hockenberger saß zuletzt für den Wahlkreis Bruchsal im Landtag, trat bei dieser Wahl nicht mehr an und kommentierte das Ergebnis mit einem Ein-Wort-Kraftausdruck: "Sch...!". Er sei entsetzt und er sei vor allem wütend, sagte Hockenberger. Besonders die Kampagne gegen den Spitzenkandidaten Manuel Hagel im Endspurt des Wahlkampfes habe die Partei Stimmen gekostet, wetterte der erfahrene Christdemokrat.
Wenn durch ein, zwei Ereignisse von außen auf die persönliche Integrität gezielt wird, dann ist das unterirdisch!
Viele Christdemokraten an der Bruchsaler Basis sehen das ganz genau so: Sie sprechen wie der noch amtierende CDU-Innenminister Thomas Strobl von einer gezielten Schmutz-Kampagne gegen Manuel Hagel. Die von den Grünen ins Spiel gebrachten Hagel-Zitate um einen Besuch in einer Realschule seien in der heißen Phase des Wahlkampfes gezielt lanciert worden, hieß es am Abend in Bruchsal immer wieder.
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CDU in Bruchsal: War Hagel zu anständig im Wahlkampf?
Da sei viel Dreck geworfen worden, heißt es bei der CDU in Bruchsal. Manuel Hagel sei einfach zu anständig gewesen im Wahlkampf, war auch zu hören. "Über den Özdemir" wäre auch einiges zu sagen gewesen, aber die CDU habe sich eben nicht auf dieses Niveau begeben, meinte eine Bruchsaler CDU-Vertreterin.
Selbstkritische Stimmen, darunter ein CDU-Ortschaftsrat aus der Nachbarschaft, räumten aber auch ein, dass es Manuel Hagel als jungem Kandidaten auch ein wenig an Popularität gefehlt haben könnte. Özdemir sei als Bundespolitiker einfach das bekanntere Gesicht, pflichtete eine andere Christdemokratin aus dem Kreis Karlsruhe bei.
Einen Lichtblick hatte die Bruchsaler CDU am Ende trotzdem: Kandidatenneuling Thorsten Schwarz schaffte auf Anhieb den Sprung in den Landtag. Der 49-Jährige holte mit über 35 Prozent der Stimmen das Direktmandat im Wahlkreis 29 und wird als Nachfolger von Ulli Hockenberger die nächsten fünf Jahre für die CDU im Landtag sitzen.
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