Als die Mannschaft der Grünen in Karlsruhe gegen 19 Uhr das Rathaus betrat, brach Jubel aus. Parteiunterstützer beklatschten die beiden Karlsruher Direktkandidaten Ute Leidig und Benjamin Bauer. Auch die Karlsruher Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer war vor Ort, um ihre Kollegen zu unterstützen. Die Landtagswahl hat gezeigt: Die Erfolgsgeschichte der Grünen in der Fächerstadt setzt sich fort.
SWR Wahlergebnisportal Landtagswahl 2026 - So hat Baden-Württemberg gewählt
Die Wahlergebnisse der Landtagswahl 2026 für Baden-Württemberg.
Strahlende Gesichter bei den Grünen in Karlsruhe
Die Karlsruher Direktkandidaten Ute Leidig und Benjamin Bauer wurden zur Begrüßung von Parteikollegen und Unterstützern herzlich umarmt. Die ersten Hochrechnungen auf Landesebene sorgten auch bei ihnen für Aufregung. Strahlende Gesichter waren zu sehen, als vorläufige Ergebnisse zeigten, dass sie mit über 30 Prozent vor der CDU liegen. Beide haben mit einem positiven Ergebnis für die Grünen gerechnet, doch nicht damit, dass sie die 30 Prozent auf Landesebene knacken.
"Das war schon überwältigend", sagte Ute Leidig gegenüber dem SWR. Sie zeigte sich sichtlich erleichtert und fast ein wenig gerührt über das Ergebnis der Grünen in Baden-Württemberg. "Es ist großartig. Ja, und was für eine Aufholjagd. Es ist unglaublich, wie weit wir zurücklagen", so Ute Leidig.
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Ute Leidig und Benjamin Bauer haben noch mehr Grund zur Freude an diesem Abend: Sie konnten die Direktmandate für ihre Partei gewinnen. Ute Leidig wurde mit 39,9 Prozent der Stimmen gewählt. Benjamin Bauer bekam 39,3 Prozent. Bei der letzten Landtagswahl lagen die Grünen ähnlich bei rund 39 Prozent in beiden Wahlkreisen.
Seit 2019 sitzt Ute Leidig für die Grünen im baden-württembergischen Landtag. Sie folgte auf Bettina Lisbach, die ihr Mandat für ihr Amt als Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe niederlegte. Benjamin Bauer ist auf landespolitischer Ebene noch weitgehend unbekannt. Sei 2019 sitzt er für die Grünen im Karlsruher Gemeinderat. Er arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium im Landkreis.
Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer war auch in Karlsruhe
Am Wahlabend war auch die Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer im Karlsruher Rathaus zu Gast. Sie sprach gegenüber dem SWR von einem "soliden und tollen Ergebnis" der Grünen in Baden-Württemberg, zu dem Spitzenkandidat Cem Özdemir als Person sehr viel beigetragen habe. "Das Vertrauen und auch die Kompetenz-Bewertung sind sehr groß", so Mayer.
Zoe Mayer sorgte im Wahlkampf mit einem Video zu CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel für Diskussionen. Sie veröffentlichte das Video auf Instagram, das Hagel 2018 in einem Interview zeigt. Für eine Aussage über eine Schülerin wurde er daraufhin stark kritisiert. Zoe Mayer bekam sowohl Unterstützung als auch Gegenwind für die Aktion, auch aus den eigenen Reihen. Das Video hatte Millionen Aufrufe in den Sozialen Netzwerken. CDU-Innenminister Thomas Strobl warf den Grünen eine "Kampagne aus der untersten Schublade" vor und kritisierte die Partei für ihre Wahlkampfführung.
Ich glaube, wir haben als Gesellschaft noch eine riesige Aufgabe, Sexismus in der Politik zu benennen, [...] und zu gucken, wie wir das gemeinsam für die Zukunft verbessern.
Auf die Frage, ob sie glaube, dass das Video den Wahlkampf nachhaltig beeinflusst hat, sagte Zoe Mayer am Wahlabend, dass sie das im Nachhinein nicht bewerten könne. Sie habe nicht gewusst, dass dieses Video so viel Reichweite bekommen würde. Doch sie würde sich immer wieder gegen das Thema Sexismus einsetzen, betonte die Abgeordnete.
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