Langfristige Bauarbeiten auf "Coleman Worksite"

Militärstützpunkt Mannheim: US-Armee hat Sicherheitslage wegen Iran-Krieg im Blick

Das US-Materiallager "Coleman Worksite" in Mannheim wird erneuert: Gebäude wurden abgerissen, Neues entsteht. Aktuell steht die Sicherheit der Einrichtung im Vordergrund.

Teilen

Stand

Von Autor/in Patrick Figaj

Wegen der Angriffe auf den Iran hat die US Armee auch die Sicherheit des US-Militärstützpunktes "Coleman-Worksite" im Mannheimer Norden im Blick. Man bewerte aktuell "fortlaufend verschiedene Faktoren", hieß es auf SWR Anfrage. Die US-Armee kommuniziert üblicherweise zurückhaltend, wenn es um Sicherheitsfragen geht. Details sind aus nachvollziehbaren Gründen selten zu erfahren.

Iran-Krieg: Sicherheit der US-Einsatzkräfte gewährleistet

Eine Militärsprecherin der US-Armee in Deutschland formuliert es gegenüber dem SWR so: "Aus Gründen der operativen Sicherheit werde man keine konkreten Maßnahmen zum Schutz der Streitkräfte erörtern." Aber es ist auch zu erfahren: "Die US-Garnison Rheinland-Pfalz [Anm. d. Red.: USAG, dazu gehört die Mannheimer Einrichtung] sei weiterhin wachsam und werde geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit aller US-Soldaten, Zivilangestellten, Auftragnehmer und ihrer Familien im gesamten europäischen Einsatzgebiet zu gewährleisten." Ähnliches ist in Bezug auf rheinland-pfälzische Einrichtungen bekannt. Von Seiten der Stadt Mannheim hieß es auf Anfrage, man habe keine Kenntnisse zur Sicherheitssituation der Einrichtung.

Viele Militärfahrzeuge: Umfangreiche Bauarbeiten auf Coleman

"Coleman Worksite" ist ein Materiallager der US Armee. Coleman ist für die US-Amerikaner - und damit auch für die NATO - in Mannheim ein Drehkreuz. Offiziell ein APS-2 - ein Army Prepositioned Stock. Kurz gesagt: Ein Ort, an dem Kriegsgerät gelagert und gewartet wird, damit es schnell bereitgestellt werden kann.

Dass aktuell mehr militärische Fahrzeuge als üblich auf dem Gelände zu erkennen seien, hänge "mit zurückliegenden Abrissarbeiten zusammen". Das Areal werde gerade modernisiert. Wer über die A6 fährt, kann das sofort erkennen: Die länglichen Wohnblöcke am Rand des Geländes sind mittlerweile fast alle abgerissen worden. Bagger tragen auf hohen Schuttbergen Steine und Erdreich ab. Walzen planieren provisorische Straßen zwischen den Ruinen.

In den Gebäuden aus den 1950er Jahren seien früher Soldaten untergebracht worden, so die US-Armee. Sie waren in die Jahre gekommen und "werden nicht mehr gebraucht". Dafür sollen neue "klimatisierte Lagerhallen und weitere Wartungseinrichtungen entstehen", so eine Armee-Sprecherin gegenüber dem SWR. Es gebe einen Entwicklungsplan der USAG für das Mannheimer Gelände. Alle künftigen Bauarbeiten auf dem Areal seien Teil dieses Bebauungsplans.

Aufnahme aus dem Jahr 2015: Die alten Soldatenunterkünfte (rechts im Bild) wurden abgerissen.
Aufnahme aus dem Jahr 2015: Die alten Soldatenunterkünfte (rechts im Bild) wurden abgerissen.

US-Armee: Keine Pläne für neue Bahngleise in Mannheim

Tieflader, Panzer, leichte Einsatzfahrzeuge oder Seecontainer: Auf dem Gelände werden immer wieder andere Fahrzeuge zwischengeparkt, repariert und weiter transportiert. Immer wieder gab es Spekulationen darüber, ob dafür neue Gleise nötig werden. Sie könnten die Anwohnerinnen und Anwohner in den Mannheimer Stadtteilen Sandhofen, Scharhof oder Blumenau beeinträchtigen. Stand jetzt, seien aber "keine neuen Gleise geplant", heißt es von Seiten des US-Militärs.

In den vergangenen Jahren - besonders in Folge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine - wurde die militärische Bedeutung des Drehkreuzes Coleman besonders deutlich: Zuletzt hieß es, trotz diplomatischer Verstimmungen zwischen den USA und der NATO, dass es keine neuen Befehle für die grundsätzliche Ausrichtung des Standorts gebe. Auch jetzt heißt es von Seiten einer Sprecherin auf diese Frage: "Am Auftrag für Coleman Worksite hat sich nichts verändert."

Coleman-Areal: Bauarbeiten bis ins Jahr 2033 geplant

Die Neugestaltung, Sanierung und Bauarbeiten auf Coleman Worksite sollen - Stand jetzt - bis ins US-amerikanische "Haushaltsjahr 2033 hineinreichen“. Dabei seien "Änderungen im Zeitplan möglich."

Grundsätzlich lässt das auch einen kleinen Blick auf die mögliche langfristige strategische Ausrichtung von Stützpunkten und Lagern dieser Art auf europäischem Boden zu. Denn umfangreiche Bauarbeiten deuten nicht darauf hin, dass die US-Armee plant, sich zurückzuziehen. Dafür sind Standorte wie Coleman in Mannheim im Gesamtportfolio zu wichtig. Letztlich profitiert davon - Stand heute - auch die NATO.

Mannheim

Militärstandort und Materiallager Trump und ein möglicher NATO-Austritt: Was das für den US-Standort Coleman in Mannheim bedeutet

Das Militär-Areal Coleman am Rand von Mannheim ist eines der größten dieser Art in Europa und eng in NATO-Strategien eingebunden. Ein US-Ausstieg aus dem Bündnis hätte Folgen.

Mannheim

Trotz Eklat im Oval Office US-Army in Mannheim: "Keine Befehle erhalten, die Vorgehen ändern"

Die US-Militärhilfe für die Ukraine ist eingestellt. Für "Coleman-Worksite" in Mannheim gibt es allerdings keine Befehle, die eine andere Strategie für das Materiallager vorsehen.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Patrick Figaj
SWR Journalist Patrick Figaj

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!