Etwa 200 Menschen, so die Polizei, haben am Freitag in Heidelberg gegen das Mullah-Regime im Iran demonstriert. Die Veranstaltung wurde durch eine Initiative mehrerer Exil-Iraner angemeldet. Die Demo startete am Freitagnachmittag vor der Stadtbücherei und endete am Marktplatz in der Altstadt. In einem Forderungspapier hatte die Initiative schon vor der Protest-Veranstaltung ihre Botschaft verbreitet: Unter anderem erhoffe man sich, dass die sogenannten Revolutionsgarden, also die islamistische und regimetreue Miliz im Iran, auf die europäische Terrorliste gesetzt wird.
Solidarität mit Zivilbevölkerung im Iran
Außerdem möchte man sich solidarisch mit der Bevölkerung im Iran zeigen. Vor wenigen Wochen ist es in dem diktatorisch regierten Staat zu Massenprotesten gekommen, die mutmaßlich teils blutig niedergeschlagen wurden. Die Proteste haben laut übereinstimmenden Medienberichten in den vergangenen Tagen abgenommen.
Demo in Heidelberg: "Wir wollen kein Mitleid"
"Wir sind die Stimme für Menschen, die keine Stimme mehr haben", sagte Saeed Memar dem SWR. Memar hat die Demonstration eigenen Angaben zufolge mitorganisiert. Laut Memar möchte man der deutschen Öffentlichkeit zeigen, was derzeit im Iran passiere. Die Bevölkerung sei durch Einschränkungen im Internet nicht selbst in der Lage, über das Geschehen zu berichten. "Wir wollen kein Mitleid, wir wollen eine Stimme sein", so Memar.
Schah-Sohn Reza Pahlavi als zentrale Figur
Einige Demonstrierende haben im Rahmen der Veranstaltung das Bild Reza Pahlavis gezeigt. Pahlavi ist der Sohn des letzten Monarchen vor der islamischen Revolution im Iran und gilt als zentrale Figur des Protests. Außerdem wurden zahlreiche monarchistische Flaggen präsentiert. Laut Mitorganisator Memar steht Reza Pahlavi aber für ein demokratisches Iran. Auch im Forderungspapier wird ein Dialog der deutschen Regierung mit demokratischen Vertretern der Opposition gefordert.