Pfingsten steht vor der Tür - damit geht auch die Reisesaison langsam aber sicher richtig los. Dabei belastet der Konflikt zwischen den USA und Israel mit dem Iran Urlauberinnen und Urlauber. Zuerst waren Reisen in die arabischen Länder nicht möglich, dazu sind mit dem Ölpreis die Kosten allgemein gestiegen. Reiseunternehmen haben deshalb zurückhaltende Buchungen beobachtet - unabhängig vom Ziel. Inzwischen hat sich die Lage in den betroffenen Ländern wieder stabilisiert und das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen zurückgenommen. Doch die Preise sind nach wie vor hoch.
Urlaub von Preisanstieg betroffen - je nach Buchungszeitpunkt
Ob sich die hohen Preise als Folge des Konflikts auf die eigene Reise auswirken, hängt vom Zeitpunkt der Buchung ab. Wer früh gebucht hat - also vor der Eskalation zwischen Israel und der USA mit dem Iran - hat Vorteile. Die Preise sind dann fix. Ausnahmen können Pauschalreisen sein. Unter bestimmten Bedingungen können die Reiseunternehmen den Preis um maximal acht Prozent erhöhen. Das ist bei gestiegenen Steuern, Gebühren und Kerosinpreisen möglich. Voraussetzung dafür ist, dass das Unternehmen die Preisanpassungsklausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verankert hat.
Anbieter können Preis für Pauschalreise erhöhen - mit einer Einschränkung
Nicht alle Unternehmen haben solche Klauseln. "Viele Veranstalter verzichten auf diese Klausel, sodass es nur vereinzelt zu nachträglichen Erhöhungen kommen kann", teilte ein Sprecher des Deutschen Reiseverbands (DRV) auf SWR-Anfrage mit. Die Erhöhung ist zudem nur bis 20 Tage vor der Abreise möglich.
Die großen Reiseanbieter TUI, Alltours und Dertour haben in einer Umfrage des "Tagesspiegels" zudem erklärt, trotz der steigenden Kerosinpreise keine Nachzahlungen für gebuchte Reisen zu verlangen. Auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg beobachtet auf SWR-Anfrage keine Preiserhöhungen.
Versicherungen hält Oliver Butler von der Verbraucherzentrale dabei nicht für nötig. Es gebe einen Vertrag. "Bei einer Annulierung greifen die Fluggastrechte, die Airline muss für Ersatz sorgen und es gibt eine Entschädigung", sagt Butler.
Reisende mit frühen Urlaubsbuchungen profitieren
Viele Urlauberinnen und Urlauber sind damit von Preiserhöhungen geschützt. Denn "große Teile der Sommernachfrage" sind laut dem DRV schon frühzeitig gebucht worden. "Teils sogar stärker als im Vorjahr", teilt ein Sprecher mit. Bei kurzfristigen Buchungen verschiebe sich das Interesse. Beliebte Ziele für Flugpauschalreisen seien Spanien mit den Kanarischen Inseln, die Türkei, Ägypten, Griechenland, Marokko, Tunesien, Portugal, Kroatien sowie Kreuzfahrten.
Sinkende Preise für bestimmte Urlaubsregionen möglich
Durch die Verschiebung der Nachfrage gebe es dazu Veränderungen der Preise. "Während stärker nachgefragte Ziele teurer werden könnten, sind in schwächer nachgefragten Regionen auch stabile oder sogar sinkende Preise denkbar", so der Sprecher.
Trotzdem: Auf die Flugpreise hat der Ölpreis Auswirkungen. Die Lufthansa Group, zu der mit Eurowings eine der wichtigsten Fluggesellschaften am Flughafen Stuttgart gehört, erwartet laut einem Sprecher für den Sommerflugplan eine stabile Treibstoffversorgung. Der Kerosinbedarf der Lufthansa Group sei für 2026 zu rund 80 Prozent auf Basis des Rohölpreises des Vorkrisen-Preisniveaus abgesichert. Für 2027 sei das zu rund 40 Prozent. "Dennoch muss auch Eurowings vor dem Hintergrund der rasant gestiegenen Beschaffungskosten die gestiegenen Treibstoffpreise zu einem gewissen Grad an ihre Kund:innen weitergeben."