Die Stadt Stuttgart hat noch nie so schlecht gewirtschaftet wie im vergangenen Jahr. Der Jahresabschluss für 2025 weist ein Rekorddefizit von 711,7 Millionen Euro aus. Der Gemeinderat hat ihn am Donnerstagabend beschlossen.
Die Hauptgründe für das Defizit sind stark gesunkene Gewerbesteuer-Einnahmen und höhere Kosten für Personal, soziale Leistungen und den laufenden Betrieb der Stadt. Stuttgart konnte seine laufenden Ausgaben damit im zweiten Jahr in Folge nicht vollständig aus eigenen Erträgen finanzieren.
Gewerbesteuer seit Jahren stark rückläufig
Im Jahr 2024 lag das Defizit noch bei rund zehn Millionen Euro. Im Jahr zuvor gab es noch einen Rekordüberschuss von etwa 800 Millionen Euro. Finanzbürgermeister Thomas Furhmann (CDU) sagt, der Jahresabschluss mache deutlich, vor welch großen finanziellen Herausforderungen die Stadt stehe. "Unser Ziel bleibt, den städtischen Haushalt Schritt für Schritt wieder strukturell ins Gleichgewicht zu bringen und die notwendigen Investitionen in Schulen, Kitas, Mobilität, Klimaschutz und die städtische Infrastruktur verantwortungsvoll zu sichern."
Das Defizit ist laut Verwaltung vor allem auf den deutlichen Rückgang der Gewerbesteuererträge zurückzuführen. Zum Vergleich - 2023 flossen so noch fast 1,6 Milliarden Euro in die Stadtkasse. Im vergangenen Jahr waren es noch 732 Millionen Euro. Zudem haben sich Personal, Sozial- und Sachaufwendungen im Vergleich zu 2021 um rund 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise 34 Prozent gesteigert.
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Auch für 2026 keine spürbare Verbesserung in Sicht
Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Stadt ihre Aufwendungen nicht aus eigenen Erträgen finanzieren konnte. Damit werden derzeit keine eigenen Mittel für Investitionen erwirtschaftet. Für das laufende Jahr rechnet die Verwaltung zudem mit einer weiteren Verschlechterung des Ergebnishaushalts um 22,5 Millionen Euro gegenüber dem, was man geplant hatte. Das Defizit wird voraussichtlich auf 614,5 Millionen Euro steigen. Damit sei auch im laufenden Jahr keine spürbare Verbesserung der Finanzlage in Sicht.
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