Der Gemeinderat in Sindelfingen (Kreis Böblingen) hat am Dienstagabend eine Haushaltssperre beschlossen. Die Entscheidung sei einstimmig und ohne Diskussionen gefallen, hieß es auf SWR-Anfrage von der Stadtverwaltung.
Haushaltssperre droht Sindelfingen: Gewerbesteuereinnahmen brechen gewaltig ein
Nach Stuttgart muss auch die Stadt Sindelfingen (Kreis Böblingen) mit weniger Gewerbesteuereinnahmen rechnen. Dabei ist der Investitionsbedarf riesig.
Gewerbesteuereinnahmen brechen 2026 ein, Defizit wächst enorm
Nach Aussage von Oberbürgermeister Markus Kleemann (CDU) befindet sich die Stadt "in einer strukturellen Krise". Sindelfingen hat dasselbe Probleme wie andere Kommunen in der Region Stuttgart: Durch die Krise in der Automobilindustrie brechen die Gewerbesteuereinnahmen stark ein. Laut der Stadtverwaltung bleiben in Sindelfingen für 2026 nur noch etwas weniger als ein Viertel der Steuern übrig. Statt mit knapp 130 Millionen rechnet die Stadt nur noch mit etwa 30 Millionen Euro.
Nach Angaben der Stadt wird das Defizit im nächsten Jahr doppelt so hoch wie geplant. Von minus 20,8 Millionen soll der Fehlbetrag auf 73,2 Millionen Euro das nächste Jahr anwachsen. In solchen Fällen muss nach dem Gesetz eine Haushaltssperre erlassen werden. Nur noch in dringend notwendigen Fällen darf dann Geld ausgegeben werden.
Einschnitte bei Kultur, Bildung und Sozialem befürchtet Protest im Theater gegen Sparkurs in Stuttgart
Kulturschaffende haben am Samstagabend im Staatstheater gegen den drohenden Sparkurs der Stadt Stuttgart protestiert. Sie fürchten bleibende Schäden bei Kultur, Bildung und Sozialem.
Prognose für 2027 und 2028 wieder besser
Mit den sinkenden Einnahmen muss die Stadt Sindelfingen andererseits weniger Umlagen bezahlen. Daher werden sich die Haushaltsergebnisse in den Jahren 2027 und 2028 voraussichtlich wieder ins Positive verbessern, hieß es. Außerdem sei keine Kreditaufnahme notwendig. Die Liquidität in diesem Zeitraum sei gesichert, so die Stadt.