Seit fünf Jahren müssen Fahrgäste in Stuttgart im Sommer auf wichtige S-Bahn-Haltestellen verzichten - so war es auch in den vergangenen Wochen. Seit Samstagfrüh ist der S-Bahn-Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen wieder frei. Dennoch müssen Fahrgäste im Großraum Stuttgart weiterhin viel Geduld haben. Denn die nächsten Sperrungen sind schon angekündigt. Auch der Fernverkehr wird davon betroffen sein.
Jährliche Stammstreckensperrung wegen S21
Die Sperrung in den Sommerferien war bereits die fünfte in Folge. Grund dafür sind unter anderem Bauarbeiten im Zuge der Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens. Dafür wird auf der Tunnelstrecke eine neue Leit- und Sicherungstechnik eingebaut. In den vergangenen Wochen seien rund 50 Kilometer Kabel neu verlegt worden, teilte die Bahn mit. Zudem wurde an der Anbindung der neuen Stuttgart-21-Strecken an bestehenden Gleisen gearbeitet und eine neue Weichenverbindung zwischen zwei Stationen eingebaut, die den S-Bahn-Betrieb flexibler und damit zuverlässiger machen soll.
Für den zukünftig digitalen Zugbetrieb hat die DB auch in diesem Jahr die S-Bahn-Stammstrecke mit neuer Technik ausgestattet.
Dennoch wird nicht direkt wieder der reguläre Zugverkehr fahren. Die Züge der Linien S1 bis S5 fahren zunächst eine Woche lang nur im Halbstundentakt - und nicht wie üblich alle 15 Minuten. Grund dafür sind laut Bahn kurzfristig notwendige Instandhaltungsarbeiten im Bereich Stuttgart-Vaihingen sowie zwischen Bietigheim und Ludwigsburg.
Nächste Sperrungen: Bei Esslingen wird gebaut
Wegen Bauarbeiten an Stuttgart 21 und dem digitalen Knoten kommt es aber ab kommender Woche direkt zu den nächsten Baustellen und Einschränkungen. Ab dem 13. September bis zum 17. Oktober werden wegen Bauarbeiten zwischen Stuttgart-Untertürkheim und Esslingen die Fernverkehrszüge zwischen Mannheim, Stuttgart, Ulm und München ausgedünnt. Grund dafür ist auch eine weitere Sperrung zwischen Günzburg und Augsburg. Das führt dazu, dass zwischen Stuttgart und Ulm sowie zwischen Stuttgart und Mannheim noch mindestens ein ICE fahren soll. Ein Teil der Züge wird von Stuttgart nach München ohne Halt in Ulm über Aalen nach Augsburg umgeleitet. Die Fahrzeit nach München verlängert sich dann um etwa eine Stunde.
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Auch Verbindungen nach Tübingen und Winnenden betroffen
Von den Sperrungen ist nicht nur der Fernverkehr, sondern auch der Nahverkehr betroffen. Daher fällt der RE 6a zwischen Stuttgart und Tübingen aus. Die MEX 19 und 90 zwischen Stuttgart und Winnenden fallen an den Wochenenden aus. Die Strecke Tübingen - Stuttgart war bereits mehrere Wochen wegen Bauarbeiten bei Reutlingen gesperrt.
Parallel finden auch zahlreiche Instandhaltungsarbeiten in Baden-Württemberg statt, die ebenfalls Auswirkungen auf den Großraum Stuttgart haben werden. So wird die Schwarzwaldbahn (Karlsruhe-Konstanz) vom 12.9. bis zum 17.10 . zwischen Villingen und Donaueschingen gesperrt. Zusätzlich dazu vom 19.9. bis zum 22.9. auch die Gäubahn (Zürich-Singen-Stuttgart) bei Rottweil.
Die Stammstrecke wird kommendes Jahr erneut gesperrt
Auch die nächste große Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke steht bereits wieder fest: Auch im kommenden Jahr soll im Sommer erneut eine Sperrung der S-Bahn-Tunnelstrecke in der Innenstadt stattfinden. Und im Jahr 2027 soll dann nicht während der Sommerferien, sondern im Frühjahr bis zum Sommer für vier Monate die S-Bahn-Stammstrecke gesperrt werden. Die Herausforderung dann wird der Ersatzverkehr sein, denn die sogenannte Panoramabahn (die oberirdische Gäubahnstrecke zwischen Stuttgart-Vaihingen und dem Hauptbahnhof) soll dann bereits im Rahmen der Stuttgart-21-Bauarbeiten als Umleitungsstrecke nicht mehr befahrbar sein.
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Baustellen sollen ertragbar bleiben
Das Projekt Stuttgart 21 soll Ende 2026 in Teilen in Betrieb genommen werden - dazu gehört der neue unterirdische Tiefbahnhof. Der Kopfbahnhof bleibt vorerst in Betrieb. Auch, weil die Bahn mit den Projektpartnern beschlossen hat, ein Teil der S21-Baustellen erst im Jahr 2027 durchzuführen, damit nicht zu viele gleichzeitige Sperrungen den Verkehr zum Erliegen bringen. Experten und Projektpartner hatten für kommendes Jahr einen Verkehrskollaps in Stuttgart befürchtet, wenn die komplette Inbetriebnahme von Stuttgart 21 mit allen Sperrungen durchgeführt worden wäre.
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Ab Dezember 2026 sollen ICE-Züge planmäßig durch den neuen Tiefbahnhof fahren. Der Kopfbahnhof bleibt vorerst weiter in Betrieb. S-Bahn-Fahrgäste müssen mit Einschränkungen rechnen.