Noch nie wurden auf so wenigen Grundstücken in Stuttgart Weinreben angebaut wie im vergangenen Jahr. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg zum Ende des Stuttgarter Weindorfs mitteilte, summierte sich die bestockte Rebfläche in Stuttgart zuletzt auf insgesamt 378 Hektar. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Auswertungen im Jahr 1991, als noch 395 Hektar bewirtschaftet wurden.
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Weinbau prägt Stuttgarter Stadtbild
Bis in die 2020er-Jahre hinein blieb dieser Wert bei knapp über 400 Hektar. Doch seither schrumpfen die Rebflächen jährlich um durchschnittlich knapp ein Prozent. Von 2024 auf 2025 habe sich der Rückgang der Stuttgarter Rebflächen mit einem Minus von mehr als vier Prozent deutlich beshcleunigt, so das Statistische Landesamt. Die Weinberge in Stuttgart - etwa an der Karlshöhe, der Neuen Weinsteige oder entlang des Neckars in Bad Cannstatt, Untertürkheim und Obertürkheim - prägen das Stadtbild der Landeshauptstadt.
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Rote Rebsorten dominieren, werden aber weniger
Auf dem Großteil der Weinbauflächen in Stuttgart werden nach wie vor rote Rebsorten angepflanzt, vor allem der Trollinger. Allerdings schrumpfte die Fläche für Rotwein nach einem Zwischenhoch im Jahr 2005 mit 294 Hektar bis 2025 um fast 29 Prozent auf zuletzt 209 Hektar.
Die weißen Rebsorten in Stuttgart - allen voran der Riesling - erlebten nach 2005 einen Aufschwung auf aktuell 169 Hektar, stagnieren jedoch seit 2021. Ob die weißen Rebsorten die roten Sorten in den kommenden Jahren an der Spitze ablösen werden, bleibt laut den Statistikern abzuwarten. Manche Winzerinnen und Winzer bauen sogar komplett um und pflanzen beispielsweise Olivenbäume.
Auch der Klimawandel macht den Winzern zu schaffen
Der Wechsel hat mehrere Gründe: Zum einen trinken die Menschen generell weniger Alkohol - und weniger Rotwein. Zum anderen hat der Klimawandel mit Starkwetterereignissen auch den Weinbau bereits verändert. "Die Lage ist seit Jahren schwierig; es ist ein Lotterie-Spiel, ob wir einen Schlechtwetter-Sommer haben oder Trockenheit", sagt zum Beispiel Rüdiger Lebrecht vom Vorstand des Collegium Wirtemberg in Stuttgart-Rotenberg. Und da das jetzt das dritte Jahr in Folge mit starker Trockenheit sei, sieht er mehrere Probleme und vor allem zusätzliche Investitionen. Die Genossenschaften müssen kämpfen, so Lebrecht.
Zudem mache sich die allgemeine schlechte wirtschaftliche Lage bemerkbar, die Leuten hätten weniger Geld. Im mittleren Segment sei es schwierig, den Wein für einen vernünftigen Preis zu verkaufen. "Ein fairer Preis wäre, wenn die Flasche acht Euro kostet", sagt Lebrecht. Aber das sei vielen schon zu viel. Und nicht zuletzt machen vielen Winzerinnen und Winzern die Steillagen zu schaffen, auch im Neckartal. Da lohne sich der Ertrag im Vergleich zur Arbeit nicht mehr, weil hier die Bewirtschaft reines Handwerk ist.
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