Mit einem landesweiten Aktionstag hat sich die Klimabewegung Fridays for Future (FFF) am Freitag erneut Gehör verschaffen wollen - auch in Freiburg. Denn im Wahlkampf vor der baden-württembergischen Landtagswahl am 8. März ist der Klimaschutz kaum ein Thema. In den Wahlprogrammen der Parteien spielt er nur eine Nebenrolle. Ebenso wie generell in der öffentlichen Debatte. Lohnt es sich gerade überhaupt noch, fürs Klima zu demonstrieren? Ja, sagt die Freiburgerin Greta Waltenberg. Und das kann sogar Spaß machen, findet sie.
"Ich habe eine sehr große Selbstwirksamkeit erlebt über die letzten Jahre", sagt die 24-jährige Greta Waltenberg. Auch zu Beginn der Bewegung sei das Klima kein großes Thema gewesen. Doch das habe sich durch Fridays for Future geändert: "Wir haben es auf die Agenda gesetzt." Und seit dem habe man einiges erreicht. Diese Erfahrung trägt sie bis heute.
Das war für mich eine sehr ermutigende Erfahrung: Wenn wir etwas machen, wenn ich aktiv bin und Zeit hineinstecke, dann bringt das am Ende auch was.
Auch die Freiburger Greta war von Beginn an bei FFF dabei
Greta ist eine Fridays-Aktivistin der ersten Stunde. Seit über zehn Jahren engagiert sie sich fürs Klima. Nomen est omen? Greta Thunberg, ihre berühmte Namensschwester, habe sie mit ihrem Mut natürlich inspiriert. Motiviert hätten sie aber vor allem die Menschen in ihrem Umfeld, die auch aktiv geworden seien, erzählt Greta Waltenberg.
Inzwischen ist sie eine der Sprecherinnen der Bewegung, nicht nur in Freiburg, sondern auch auf Landesebene. Bei Demos marschiert sie mit Megafon vorneweg und hält engagierte Reden. Dazu ist sie ist bestens vernetzt, hält Kontakt zu anderen Organisationen, spricht mit Unternehmern, Wissenschaftlern und Politikerinnen und Politikern.
Menschen machen sich weniger Sorgen Welche Rolle spielt das Klima noch bei den Landtagswahlen 2026 in BW und RLP?
Bei den Landtagswahlen vor fünf Jahren war der Klimaschutz eines der bestimmenden Themen. 2026 sieht es anders aus. Im Wahlkampf ist er selten Top-Thema. Warum ist das so?
Forschungsarbeit zu Landespolitik und Klimaschutz
Sogar ihre Bachelor-Arbeit dreht sich ums Klima. Genauer gesagt um die Einflussmöglichkeiten der Landespolitik auf den Klimaschutz. Das Ergebnis ihrer Forschung zeichnet sich bereits deutlich ab: "Landespolitik kann beim Klimaschutz sehr, sehr viel selbst gestalten", sagt die Studentin. Fördermittel verteilen etwa, Flächen für erneuerbare Energien ausweisen oder auch Kommunen und Privatleute unterstützen.
Die aktuelle grün-schwarze Landesregierung habe ihre Möglichkeiten nicht ausgeschöpft, befindet Greta, "sie hat ihre Klimaziele verfehlt." Von der nächsten Regierung erwarten sie und die Fridays-Aktivisten deshalb, dass sie all ihre Spielräume nutzt - und einen verbindlichen Plan, wie die Klimaziele erreicht werden können. Und: Das Land müsse Klimaschutz endlich zur kommunalen Pflichtaufgabe machen.
Es macht mega-viel Spaß sich bei Fridays for Future zu engagieren - ich habe sehr viele Freunde und Freundinnen gefunden.
Die Klimabewegung braucht es jetzt mehr denn je, glaubt Greta
Um sich in Erinnerung zu rufen und ihre Forderungen zu bekräftigen, haben Greta und ihre FFF-Mitstreitenden einen ganzen Demo-Marathon ausgerufen. Bis zu den Landtagswahlen demonstrieren sie jetzt wieder jeden Freitag in Freiburg. Nachdem bei den ersten Demos nur 100 bis 200 Leute dabei waren, waren es diesen Freitag laut Veranstalter schon 800 bis 900. Die Polizei spricht von 400 Teilnehmern.
Aber auch, wenn es längst nicht mehr so viele sind, wie zu Hochzeiten der Klimastreiks, lässt sich die 24-Jährige nicht entmutigen. Zwar sei es "irgendwie auch frustrierend" gewesen in letzter Zeit, gibt sie zu. Aber obwohl gerade nicht so viel darüber geredet werde, ist sie überzeugt, dass der Klimaschutz viele Menschen weiterhin beschäftigt. Deshalb brauche es die Klimabewegung jetzt vielleicht mehr denn je, glaubt Greta. "Wenn wir nicht darüber reden, dann macht es niemand."