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Balkonkraftwerke: Geld sparen und die Umwelt schützen

Balkonkraftwerke sind im Trend - die Zahl hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Über eine Million Solaranlagen für den Balkon wurden 2025 in Deutschland betrieben. Wie viel kann man sparen, und was muss man beachten?

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Von Autor/in Rainer Thienel

Wie viel kann man mit einem Balkonkraftwerk sparen?

Die Ersparnis durch ein Balkonkraftwerk hängt von einer Reihe von Faktoren ab: Lage, Sonnenstunden, allgemeiner Strompreis. Typisch sind für ein handelsübliches Modul ca. 40-120 Euro Ersparnis im Jahr. Wichtig ist die Ausrichtung des Balkons: Ein Nordbalkon eignet sich nicht. Auch bei starker Verschattung des Balkons ist die Lage für ein Balkonkraftwerk ungeeignet.

Balkonkraftwerk an einem Balkon

Was brauche ich für ein Balkonkraftwerk?

Es gibt fertige Bausätze für Balkonkraftwerke, die man selbst montieren kann. Diese bestehen aus dem Solarmodul, einem sogenannten Wechselrichter und dem Anschlussstecker für das Stromnetz. Das kann über eine herkömmliche Außensteckdose erfolgen. Ein Balkonkraftwerk sollte nicht an eine Mehrfachsteckdose angeschlossen werden. Die Kosten für einen Bausatz liegen zwischen 300 und 800 Euro.

Balkonkraftwerk mit Wechselrichter

Wie schnell rechnet sich ein Balkonkraftwerk?

Wenn man bis zu 100 Euro im Jahr spart, kann sich die Anlage schon nach drei Jahren rechnen. Das hängt von der Lage des Balkons ab und der Sonneneinstrahlung.

Was passiert, wenn die Anlage mehr Strom erzeugt, als ich selbst verbrauchen kann?

Kann ich den erzeugten Strom nicht selbst verbrauchen, wird er ins öffentliche Netz abgeleitet. Dies ist bis zu einer maximalen Leistung von 800 Watt zulässig.

Was muss ich noch beachten?

Der Wechselrichter darf maximal eine Leistung von 800 Watt haben. Außerdem muss die Anlage ins Marktstammdaten-Register eingetragen werden. Eine Anmeldung beim örtlichen Versorger ist nicht mehr erforderlich. Allerdings muss dieser informiert werden, wenn man noch einen alten Stromzähler hat. Dieser muss gegen einen elektronischen Zähler getauscht werden, wenn man Strom ins öffentliche Stromnetz einspeist.

Stromzähler

Was müssen Mieter oder Wohnungseigentümer in Mehrfamilienhäusern beachten?

Als Mieter muss man den Vermieter fragen, wenn man ein Balkonkraftwerk installieren möchte. Auch ein Wohnungseigentümer in einem Mehrfamilienhaus muss die Wohneigentümer-Gemeinschaft fragen. Da es sich aber um eine "privilegierte bauliche Maßnahme" handelt, darf die Zustimmung nur aus triftigem Grund verweigert werden. Das könnte beispielsweise Denkmalschutz oder Brandschutz sein.

Balkonkraftwerk mit Photovoltaikanlage

Gibt es Förderungen für Balkonkraftwerke?

Viele Kommunen oder auch Landkreise fördern Balkonkraftwerke. Die Höhe und die Modalitäten sind sehr unterschiedlich - da muss man sich vor Ort bei der Gemeinde informieren. Oft sind Förderungen von 100-300 Euro drin, oder es wird sogar die Hälfte der Investitionssumme übernommen. Damit rechnet sich die Anlage noch schneller.

Wie lange hält ein Balkonkraftwerk?

Man rechnet bei Balkonkraftwerken mit einer Nutzungsdauer von ca. 15 Jahren. Dann muss häufig der Wechselrichter getauscht werden, der für den Anschluss ans Stromnetz notwendig ist. Die Solarmodule selbst halten in der Regel länger.

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Rainer Thienel