Auswahl des Lebensmittels wichtiger als der Transportweg
Wer durch sein Verhalten das Klima möglichst wenig belasten will, denkt oft an den Verkehr, das Heizen, die Bauwirtschaft. Das sind große Einflussfaktoren aufs Klima, ohne Zweifel. Doch auch mit der Auswahl der Lebensmittel, die auf unseren Tellern landen, können wir etwas fürs Klima tun. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt.
Der wichtigste Baustein: weniger Fleisch
Tierische Produkte verursachen deutlich höhere Emissionen als pflanzliche. Die Reduktion von Fleisch – insbesondere von Rind- und Lammfleisch wegen der Methanproduktion im Magen der Wiederkäuer – gilt als einer der effektivsten Hebel für mehr Klimaschutz im Alltag. Schon ein oder zwei fleischfreie Tage pro Woche können die persönliche Klimabilanz deutlich verbessern.
Die Alternative: pflanzliche Lebensmittel
Nicht vegetarische Produkte sind die klimafreundliche Alternative zu Fleisch, sondern pflanzliche. Da beispielsweise für die Produktion von Butter und Hartkäse sehr viel Milch gebraucht wird, ist die Klimabilanz hier ebenfalls nicht gut. Wer das Klima möglichst wenig belasten will, setzt also am besten auf pflanzliche Lebensmittel: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Getreide. Eine pflanzenbasierte Ernährung reduziert nicht nur Emissionen, sie wirkt sich auch positiv auf die Gesundheit aus.
Ebenso wichtig: Lebensmittelverschwendung vermeiden
Ein dritter wichtiger Baustein für eine klimaschonende Ernährung ist, möglichst wenige Lebensmittel wegzuwerfen. Denn jedes weggeworfene Produkt verschwendet nicht nur Geld, sondern auch Wasser, Energie und landwirtschaftliche Fläche. Aktuell landet etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel in der Tonne. Natürlich muss hier vor allem im Lebensmittelhandel angesetzt werden. Aber auch jeder und jede Einzelne kann dazu beitragen, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Die Planung ist hier entscheidend: Einkaufslisten schreiben, Mahlzeiten vorbereiten, Reste verwerten und Lebensmittel richtig lagern. Ernährungswissenschaftlerin Sabrina Dürr drückt es so aus: „Das klimafreundlichste Lebensmittel ist das, das nicht im Müll landet.“
Transport wird häufig überschätzt
Natürlich hat eine Flugananas einen hohen Co2-Fußabdruck. Bei den meisten Lebensmitteln spielt der Transport aber eine eher untergeordnete Rolle. Wer zu regionalen Lebensmitteln aus dem beheizten Gewächshaus greift, schadet dem Klima zum Beispiel deutlich mehr als derjenige, der Gemüse aus dem Ausland kauft, das dort im Freiland oder im unbeheizten Gewächshaus angebaut werden kann. Es kommt also eher darauf an, welches Lebensmittel wir verwenden als woher es kommt.
Im Studio: Sabrina Dürr, Haushalts-und Ernährungswissenschaftlerin
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