Der Urlaub von Lotta Bürker und ihrer Familie wird abrupt beendet, als ganz in ihrer Nähe Drohnen einschlagen. Jetzt sitzt die Familie aus dem Kreis Tübingen auf einem Kreuzfahrtschiff in den Vereinigten Arabischen Emiraten fest. Zuerst hatte das "Schwäbische Tagblatt" berichtet.
Plötzlich als Touristin mitten im Nahost-Krieg
Den Moment, als aus einem Traumurlaub plötzlich ein Ausnahmezustand wurde, wird Lotta Bürker nicht so schnell vergessen: "Wir waren am Samstag in Abu Dhabi - erst im Präsidentenpalast, dann in der weißen Moschee," erzählt die junge Frau aus Tübingen im SWR-Interview. "Als wir aus der Moschee herauskamen, haben wir es laut knallen gehört", erinnert sich Bürker weiter.
"Mein Vater war sich zu dem Zeitpunkt sehr sicher, dass es sich um Raketen-Detonationen handeln könnte, weil uns morgens bereits die Nachricht erreicht hatte, dass die USA und Israel den Iran angegriffen haben", erklärt sie. Kurz darauf sei dann eine Warnmeldung auf ihrem Handy erschienen: Man solle offenes Gelände meiden und sich in sichere Gebäude begeben.
Wenig später habe sie eine Nachricht von ihrem Reiseanbieter bekommen: "Wir sollten zurück zum Hafen kommen, das haben wir dann auch zeitnah gemacht", so Bürker.
Warten auf die Ausreise auf dem Kreuzfahrtschiff
Seitdem halten sich Bürker und ihre Familie auf dem Schiff im Hafen von Abu Dhabi auf - ohne zu wissen, wann sie nach Hause reisen können. "Wir haben Kontakt mit dem Auswärtigen Amt aufgenommen", sagt die Tübingerin. Jetzt laufe aber alles über den Reiseanbieter. Erste Sonderflüge seien bereits von Dubai nach München gestartet. "Da waren wir jetzt aber nicht dabei, wir sind noch total in der Schwebe", bedauert Bürker.
Grundsätzlich fühle sie sich zwar sicher, aber es gab auch bereits einen Moment der großen Unsicherheit: "Das war vorgestern, als wir alle dazu aufgerufen wurden, ins Innere des Schiffs zu kommen und Fenster zu meiden." Wenige hundert Meter entfernt war eine Drohne eingeschlagen.
Reisende haben Panik nach Drohnenangriff
Diesen Moment hat Lotta Bürker als Panikmoment in Erinnerung: "Viele haben geweint, die Leute lagen sich in den Armen, andere haben Atemübungen gemacht." Viele Menschen hätten Angst gehabt, das Schiff verlassen zu müssen.
90 Minuten später sei dann die Entwarnung gekommen: Alle hätten zurück in ihre Kabinen gehen können. Doch die Angst, so Bürker, bleibt: "Seitdem hat man auf jeden Fall Angst und trägt jetzt immer einen Beutel mit dem Reisepass und Dokumenten mit sich, falls es nochmal zu so einer Situation kommt."