Die ersten Ergebnisse für die Europawahl in Deutschland liegen vor - so reagieren Vertreterinnen und Vertreter der Parteien:
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sieht die Union als klaren Gewinner der Europawahl in Deutschland. "Wir starten weiter durch", sagte er im Ersten. Im ZDF sagte Linnemann: "Das ist desaströs, was wir da erleben. Entweder die Ampel macht einen Kurswechsel oder sie muss den Weg freimachen für Neuwahlen".
Die AfD-Co-Chefin Alice Weidel sieht das gute Abschneiden ihrer Partei als Folge einer Europa-kritischeren Einstellung der Wahlberechtigten. "Insgesamt stinkt es den Leuten, dass sie so viel Bürokratie aus Brüssel haben", sagte sie im Ersten.
SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat das Abschneiden seiner Partei bei der Europawahl als bitter bezeichnet. "Für uns ist das heute eine harte Niederlage", sagte er im Ersten. "Wir müssen bei uns selbst auf Fehlersuche gehen." Sündenböcke sollen nicht gesucht werden, doch müsse das Ergebnis ehrlich aufgearbeitet werden, so Kühnert.
Grünen-Co-Parteichef Omid Nouripour sagte, das Ergebnis mit Verlusten von etwa acht Prozentpunkten sei nicht zufriedenstellend. Dennoch wollten die Grünen bei der Neubildung der EU-Kommission mitmischen. "Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen für eine Mehrheit in Europa ohne Rechtsextreme", so Nouripour. 17 Prozent für die AfD nannte er "einfach bestürzend".
Sahra Wagenknecht hat das Abschneiden ihrer BSW-Partei als grandioses Ergebnis bezeichnet. Dass eine neue Partei so schnell aus dem Stand heraus bei einer bundesweiten Wahl auf mehr als fünf Prozent der Stimmen komme, habe es so wohl noch nicht gegeben, sagte sie im Ersten.
Die FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, sieht sich mit dem Ergebnis der Europawahl in den Forderungen nach einer Wirtschaftswende, einer verstärkten Sicherheitspolitik sowie Änderungen in der Migrationspolitik bestätigt. Sie betonte, dass die Partei ihr Ergebnis der letzten Europawahl in etwa gehalten habe. "Das es jetzt eine stabile fünf Prozent ist, ist eine gute Nachricht", sagte Strack-Zimmermann am Abend in der Parteizentrale in Berlin.
Die Linke hat sich von ihrem schwachen Abschneiden bei der Wahl zum Europäischen Parlament enttäuscht gezeigt. "Unser Ergebnis enttäuscht uns - keine Frage", erklärte die Partei am Abend in Berlin. Es zeige, "wie viel Arbeit noch vor uns liegt", um Vertrauen zurückzugewinnen.