Das war der Liveblog zur Hitze in Baden-Württemberg
DWD warnt vor schweren Gewittern mit Starkregen - auch Superzellen möglich, Rastatt ruft zum Gießen von Bäumen auf, Wie kommt es zu Bränden bei Erntearbeiten?
In Baden-Württemberg ist es wieder heiß. Auch in den nächsten Tagen werden Temperaturen weit über 30 Grad erwartet. Alle Entwicklungen rund ums aktuelle Wetter in unserem Liveblog.
Expertin für Stadtentwicklung fordert Hitze-Masterplan in BW
Angesichts der jüngsten Hitzewelle gibt es Forderungen nach einem Masterplan für Baden-Württemberg. "Es braucht ein mehrstufiges Notfallsystem", fordert Lamia Messari-Becker, Expertin für nachhaltiges Bauen und Stadtentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), in der SWR-Sendung "Zur Sache! BW" am Donnerstagabend. "Das ist kein Hokuspokus, das machen schon andere Länder."
Dabei gehe es darum, dass bei bestimmten Temperaturen automatisch Maßnahmen eingeleitet werden. So würden Veranstaltungen untersagt, klimatisierte Räume in Kliniken und Arztpraxen zur Verfügung gestellt, Trinkbrunnen in Städten aufgestellt und Parks nachts nicht geschlossen. Zur Ankündigung von Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne), eine Taskforce einzusetzen, sagte sie, das Land müsse jetzt wirklich anpacken. Die ganze Sendung zur Hitzewelle gibt's in der Mediathek.
SWR-Wetterexperte Karsten Schwanke erwartet ab Freitagvormittag den großen Temperaturanstieg. Die Hitze kommt aus der Sahara über den Südwesten Europas und soll die nächsten acht bis neun Tage bleiben. Für Freitag erwartet Schwanke Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad, in höheren Lagen 29 Grad. Am Wochenende steigen die Temperaturen - und auch die Gefahr für Waldbrände. Am Samstag soll sie die höchste Stufe erreichen. Von Samstag bis Montag liegen die Höchsttemperaturen zwischen 34 und örtlich 37 Grad.
Mehr zum Wetter von SWR-Wetterexperte Karsten Schwanke:
Im Freiburger Lorettobad gilt ab morgen eine neue Regelung für den Bereich des Damenbads: An den Wochenenden von Freitag bis Sonntag haben dort nur noch Frauen ab 16 Jahren Zutritt. Der Grund: der große Besucherandrang bei den anhaltend hohen Temperaturen. Nach Angaben der Stadt erreicht das kleine Areal des Damenbads mit maximal rund 450 Besuchenden regelmäßig seine Kapazitätsgrenze. Der Zugang musste in dieser Saison bereits mehrfach gesperrt werden. Für den Teil des Familienbads im Lorettobad und alle anderen Freibäder gelten keine Einschränkungen.
Mit eisgekühlten Leichensäcken und Eismaschine: Klinik wappnet sich für Hitzewelle
Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) wappnet sich gegen die nächste Hitzewelle. Ärzte und Pflegekräfte wollen gut vorbereitet sein, denn erneute Ausnahmezustände wie in der letzten Juniwoche sollen verhindert werden. Am vergangenen Hitze-Wochenende gab es einen Hitzetoten, eine über Tage volle Notaufnahme und Intensivstation sowie einen Mangel an Eis zum Kühlen.
Man kennt die Hitzewellen mit Toten aus Frankreich. Aber dass ich hier in Stuttgart mit einem Hitzetoten konfrontiert bin, ist für mich das erste Mal.
Markus Günther, Oberarzt der Notaufnahme im RBK
Damit es nicht wieder so wird wie im Juni, hat sich das RBK eine Eismaschine und eine Kühltruhe extra für die Notaufnahme beschafft. Außerdem gibt es Body Bags - sogenannte Leichensäcke. Mit Eis und kaltem Wasser gefüllt und bis zur Brust zugezogen, sollen sie überhitzte Patienten kühlen. Denn: Bei einer Körpertemperatur von über 42 Grad beginnt das Eiweiß im Körper zu zerfallen und es kommt zu multiplem Organversagen. Nach 20 Minuten im Body Bag kann wieder die normale Körpertemperatur erreicht werden.
Der Oberarzt der Notaufnahme im Robert-Bosch-Krankenhaus, Markus Günther (rechts im Bild) und sein Kollege befüllen einen Body Bag mit Eis.
SWR
Duschen, Toilettenspülung, Spülmaschine - überall hier kann man Wasser sparen
Nicht nur für den Garten, auch für's Haus gibt es Tipps vom BUND. Der Verein empfiehlt einen wassersparenden Duschkopf, Durchflussbegrenzer und eine verkürzte Duschzeit. Duschen sei dabei viel besser als baden: Ein Vollbad verbraucht laut BUND rund 150 Liter Wasser - deutlich mehr als eine kurze Dusche mit rund 50 Litern Wasser. Auch bei der Toiletten-Spülung kann gespart werden. Der BUND empfiehlt, bei modernen Spülkästen nur die kleine Taste zu drücken und bei älteren Spülkästen mit Steinen gefüllte Plastikflaschen hinein zu legen - das verringere den Wasserverbrauch beim Spülen. Außerdem: Während des Zähneputzens den Wasserhahn abdrehen.
Wasch- und Spülmaschinen soll man laut BUND nur voll beladen laufen lassen - am besten auf dem Eco-Programm. Das würde weniger Wasser verbrauchen, auch wenn es länger dauere. Der Umweltschutzverein weist auch daraufhin, dass sich Wäsche auch mit Regen- statt mit Trinkwasser waschen lasse. In der Küche solle man darauf achten, beim Spülen das Becken zu befüllen, statt es laufen zu lassen. Gemüse und Obst sollten in einer Schüssel gewaschen werden.
Duschen ist laut BUND besser fürs Wassersparen als Baden.
dpa Bildfunkpicture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
Niedriger Bodensee-Wasserstand: Wetterexperte sehr besorgt
Wie wir vorhin schon berichtet haben, ist der Pegel im Bodensee aktuell für diese Jahreszeit historisch niedrig. Der Wetterexperte Roland Roth aus Bad Schüssenried (Kreis Biberach) zeigte sich im Gespräch mit dem SWR darüber besorgt. Der niedrige Pegel des Bodensees sei äußerst bedenklich und führe auch dazu, dass der Pegel des Rheins in den kommenden Tagen weiter sinken werde, was eine eingeschränkte Schifffahrt bedeute, so Roth. "Ich vermute auch mal, dass die Franzosen ihre Atomkraftwerke drosseln müssen - dadurch, dass so wenig Wasser im Rhein ist", erklärte der Wetterexperte. Zudem fehle die kühlende Wirkung für die Fische und die Fauna und Flora in den Gewässern. Das sein "bedenkliche Aussichten".
Tipps zum Wassersparen im Garten von SWR-Umweltredakteurin Margareta Holzreiter
SWR-Umweltredakteurin Margareta Holzreiter gibt Tipps zum Wassersparen im Garten: Der Rasensprenger sollte im Moment am besten gar nicht eingesetzt werden. Falls unbedingt nötig, auf jeden Fall nicht tagsüber. Gemüse oder Blumen sollte man am besten am frühen Morgen gießen, erklärt Holzreiter. Dann sei die Erde nämlich nicht so warm und es verdunste weniger Wasser.
Laut Umweltschutzverein BUND ist es auch besser, seltener zu gießen und dafür gut durchzufeuchten als häufig und wenig. Damit werden die Pflanzen nämlich dazu erzogen, tiefere Wurzeln zu bilden. Damit weniger Wasser verdunste, sei es wichtig, den Garten zu mulchen, also den Boden um die Pflanzen mit Rindenmulch, Grasschnitt oder Laub zu bedecken. Der BUND empfiehlt außerdem, heimische, trockenheitsresistente Pflanzen anzubauen und sich ein Wasser-Recyclingsystem einbauen zu lassen, dass verschmutztes Wasser aus dem Haushalt wieder aufbereiten kann.
Grundwasser im Stress? Hier ist es besonders schlimm
Nicht nur die Pegelstände von Flüssen und Seen sind teilweise sehr niedrig - auch das Grundwasser ist in vielen Regionen akut gefährdet. Das zeigt eine Studie der Umweltschutzorganisation Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). Laut der Studie steht in 15 baden-württembergischen Landkreisen das Grundwasser unter Stress. Besonders betroffen sind laut BUND Städte wie Freiburg, Stuttgart, Heidelberg, Heilbronn oder Ulm, aber auch mehrere Landkreise entlang des Rheins, im Schwarzwald oder am Bodensee.
Die Gründe für gestresstes Grundwasser sind laut BUND vielfältig. In vielen Regionen wird das Grundwasser übernutzt - also mehr als die empfohlene Menge von 20 Prozent des neu gebildeten Grundwassers entnommen. Zusätzlich wirkt die zunehmende Erderhitzung verstärkend auf sinkende Grundwasserspiegel.
Stadt- und Landkreise verbieten Grillen auf öffentlichen Flächen
Wegen akuter Brandgefahr haben die Stadt- und Landkreise in Mittelbaden das Grillen und Feuermachen auf öffentlichen Flächen im Freien untersagt. Die Behörden kündigten verschärfte Kontrollen an. Akute Waldbrandgefahr meldet die Stadt Baden-Baden. Hier wird am Wochenende aller Voraussicht nach die höchste Gefahrenstufe im Waldbrandindex erreicht, ebenso wie in Waghäusel, Rheinstetten oder in Rheinau Memprechtshofen im Ortenaukreis. Die Stadt Pforzheim hat Grillen auf Wiesen im Stadtgebiet verboten. Nach mehreren Flächenbränden warnen die Behörden auch davor, Fahrzeuge auf trockenem Untergrund abzustellen. Das Forstamt Baden-Baden weist darauf hin, dass auch Flaschen oder Glasscherben Brände auslösen könnten.
Es geht um Vorsorge: Wann sich für Sparen beim Leitungswasser entschieden wird
Sparen beim Trinkwasser? Aktuell sei ganz Baden-Württemberg noch rechtzeitig belieferbar, meint die Landesversorgungsstelle BW.
dpa Bildfunkpicture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Wenn es um Sparaufrufe von Leitungswasser geht, entscheiden das Gemeinden individuell in Absprache mit den lokalen Wasserversorgern. Der Zweckverband Landeswasserversorgung, der große Teile von BW mit Trinkwasser versorgt, sagte dem SWR, dass es noch im gesamten Land möglich sei, rechtzeitig Wasser zu liefern. Bei Warnungen bezüglich des Trinkwassers gehe es bislang immer darum, rechtzeitig vorzusorgen. In Zukunft rechne man aber aufgrund der Erderhitzung mit deutlich größeren Schwierigkeiten, betont SWR- Umweltredakteurin Margareta Holzreiter.
Laut "CORRECTIV"-Recherche plant keines der Bundesländer derzeit, die erlaubten Wasserentnahmemengen der Industrie grundsätzlich zu verringern - auch Baden-Württemberg nicht. Dazu hatten die Journalistinnen und Journalisten die jeweiligen Landesumweltämter oder -ministerien gefragt. Nur Niedersachsen hatte ihre Anfrage nicht beantwortet.
Fast alle Ämter verweisen darauf, dass bestehende Wasserrechte im Einzelfall angepasst oder widerrufen werden könnten, etwa wenn die Trinkwasserversorgung gefährdet sei. Einen grundsätzlichen Kurswechsel plane jedoch keines der Länder.
In vielen Städten und Gemeinden muss bei Nutzung von Grund- oder Oberflächenwasser ein Wasserentnahmeentgelt gezahlt werden, so auch in Stuttgart. Dort braucht es laut Stadt zudem eine wasserrechtliche Erlaubnis oder Bewilligung. Kostenpunkt: 0,015 Euro je Kubikmeter. Wird das Wasser für die öffentliche Wasserversorgung genutzt sind es 0,10 Euro je Kubikmeter.
Was droht bei Wasserentnahme aus Gewässern trotz Verbot?
Grundsätzlich überwachen in Baden-Württemberg die Landratsämter, ob die Wasserentnahme-Verbote eingehalten werden. Teilweise gehen sie auch Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Bei Missachtung des Verbots kann eine Geldstrafe mehreren 1.000 Euro drohen. So sieht das Wassergesetz in Stuttgart beispielsweise Bußgelder von bis zu 100.000 Euro vor.
SWR-Umweltredakteurin Margareta Holzreiter meint, dass die Entnahme von einer Gießkanne Bachwasser für den Schrebergarten vermutlich eher selten aufgedeckt werde. Es falle eher auf, wenn es sich um größere Bewässerungsanlagen handele. Denn: Besonders betroffen von den Entnahme-Verboten ist die Landwirtschaft. Um die Pflanzen zu bewässern, wird teilweise das Wasser nahe gelegener Gewässer genutzt.
Karlsruhe: Flächenbrand legt Verkehr auf Bundesstraße lahm
Im Landkreis Karlsruhe hat ein großer Flächenbrand am frühen Nachmittag vorübergehend den Verkehr auf der Bundesstraße 36 bei Linkenheim-Hochstetten lahmgelegt. Wegen der massiven Rauchentwicklung musste die Bundesstraße für kurze Zeit voll gesperrt werden. Nach Angaben der Feuerwehr hatte ein Mähdrescher bei Erntearbeiten ein Feld in Brand gesetzt. Der Mähdrescher konnte in Sicherheit gebracht werden. Das Getreidefeld ging innerhalb weniger Minuten in Flammen auf.
Etwa zehn Hektar wurden zerstört. Die Feuerwehr war im Großeinsatz. Mehr als hundert Feuerwehrleute rückten an, darunter die Werksfeuerwehr des KIT, Freiwillige Feuerwehren aus der Region und ein Ausbildungslehrgang der Feuerwehr, der zufällig in der Nähe war. Inzwischen ist das Feuer gelöscht, verletzt wurde niemand. Die B36 wurde wieder freigegeben.
BW ist Spitzenreiter der Entnahmeverbote - wo gelten sie?
Nirgends in Deutschland gibt es so viele Wasserspar-Appelle und Wasserentnahme-Verbote wie in Baden-Württemberg. Das hat eine Recherche von "CORRECTIV" ergeben. Die Verbote würden teilweise so weit gehen, dass nicht mal eine Gießkanne voll Wasser aus Bächen, Flüssen, Weihern oder Seen entnommen werden darf, weil die Trockenheit so akut sei. Entnahmeverbote für ganze Landkreise werden von den Landratsämtern beschlossen. Deutschlandweit gelten solche Verbote laut CORRECTIV für 80 Landkreise.
In BW sind die Stadt- und Landkreise Schwäbisch Hall, Heilbronn, Stuttgart, Ludwigsburg und der Hohenlohekreis von diesen Verboten betroffen. An der südlichen Grenze von BW sind es der Landkreis Lörrach, Waldshut, Konstanz, Ravensburg und der Bodenseekreis. Auch im Schwarzwald-Baar-Kreis, im Ortenaukreis und im Zollernalbkreis ist es momentan verboten, Wasser aus Gewässern zu entnehmen. Das Wasserentnahme-Verbot gilt außerdem in den Landkreisen Biberach, Sigmaringen, Tuttlingen, Rottweil und Reutlingen.
Der ärztliche Leiter der Notfallmedizin im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart, Christoph Wasser, hat drei Tipps, um gut durch heiße Tage zu kommen. "Möglichst im Schatten bleiben, genügend trinken und auf Abkühlung achten, also sich zum Beispiel abduschen oder in die Badewanne steigen." Allerdings könnten sich ältere oder kranke Menschen zu Hause nicht immer einfach mal eben abduschen. Um ihnen Kühlung zu verschaffen, könne man nasse Handtücher auf den Körper legen, einen Ventilator anmachen und dann die Luft "verwirbeln". Auch das könne etwas verhindern, dass "die Temperaturen überhaupt zu hoch werden".
Die erste Hitzewelle des Jahres im Juni war eine Herausforderung für Baden-Württemberg. Die Rettungsdienste meldeten einen deutlichen Anstieg von Einsätzen. Die Notaufnahmen waren überfüllt und nicht immer ist es glimpflich abgelaufen - die Hitze hat auch Todesopfer gefordert. Insgesamt gab es allein 2026 laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) bereits 790 Hitze-Tote in Baden-Württemberg.
Iris Volk aus der Redaktion Landespolitik ordnet die Zahlen ein:
DRK fordert besseren Hitzeschutz für Rettungskräfte im Land
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Baden-Württemberg fordert als Konsequenz der hohen Temperaturen im Juni, Rettungskräfte vor Hitze besser zu schützen. Bei einem Fachkongress der Landesverbände in Baden-Baden hieß es, die Hitze müsse nicht nur als Bevölkerungsschutzthema verankert werden, auch Rettungskräfte selbst müssten durch entsprechende Pausen und Abkühlungsmöglichkeiten geschützt werden. Viele Einsatzwagen verfügten nicht einmal über Klimaanlagen. Während der letzten Juni-Woche wurden die DRK-Rettungswagen in Karlsruhe um etwa ein Drittel häufiger alarmiert als üblich. In Mannheim gab es zeitweise doppelt so viele Einsätze wie sonst.
Trockenheit führt zu Einschränkungen bei Bodensee-Schifffahrt
Die Trockenheit und der niedrige Wasserstand im Bodensee haben Folgen für die Schifffahrt. Vor der Insel Reichenau ist der Seegrund an einigen Stellen freigelegt. Außerdem können die Ausflugsschiffe der Weißen Flotte die Landestelle Mannenbach auf der Schweizer Seeseite gegenüber der Insel derzeit nicht mehr anfahren. Weitere Probleme für die Schifffahrt gibt es nach Angaben der Bodensee-Schiffsbetriebe bislang nicht.
Hitze-Rekorde werden zum Problem: Viele Menschen sind nicht genug geschützt
Nach mehreren Hitze-Rekorden in Folge im Juni hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özedmir (Grüne) einen Hitzeschutz-Aktionsplan der Landesregierung angekündigt. Doch wie ist es bislang um den Hitzeschutz in Baden-Württemberg bestellt und wie kann man ihn verbessern? Ein Blick auf die Situation für Klinken und Pflegeeinrichtungen, den Hitzeschutz an Schulen und Kitas sowie die Probleme im Straßen- und Nahverkehr:
Bei hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke steigt der Bedarf nach Abkühlung. Glücklicherweise bietet Baden-Württemberg zahlreiche Rückzugsorte, die auch an heißen Tagen Erfrischung versprechen. Mein Kollege Luca Mader hat ein paar dieser Orte zusammengestellt:
Waldbrände: Teilweise gilt die höchste Gefahrenstufe
Durch die Hitze kommt es zu längeren Trockenphasen - das erhöht die Waldbrandgefahr. Die Feuerwehr bereitet sich deshalb gezielt auf Waldbrand-Szenarien vor, die lange vor allem aus Südeuropa bekannt waren. "Wir nehmen den Klimawandel wahr und bereiten uns darauf vor. Der nächste große Waldbrand ist nur eine Frage der Zeit", sagt Stefan Hermann, Kommandant der Feuerwehr Reutlingen und Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg.
Der Bodensee-Pegelstand ist laut Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) so niedrig wie noch nie zu dieser Jahreszeit - und er dürfte noch weiter sinken. Am Pegel Konstanz liegt der Wasserstand aktuell bei 318 Zentimetern. Am 7. Juli lag er bei 321 Zentimetern - so wenig wurde seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850 an einem 7. Juli noch nie gemessen. Dieser Negativ-Rekord ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Bodensee Anfang Juli eigentlich vergleichsweise viel Wasser führt. Seine höchsten Wasserstände erreicht der See laut LUBW See normalerweise Ende Juni, wenn Schmelzwasser aus den Alpen zufließt.
Die Trockenheit setzt vielen Bächen, Flüssen und Seen in Baden-Württemberg weiter zu. Neben dem Bodensee sinken auch die Pegelstände in Donau und Neckar immer weiter. Inzwischen weisen 34 Prozent der Messstellen extrem niedrige und weitere 43 Prozent sehr niedrige Wasserstände auf, wie die LUBW mitteilte.
Erneute Hitzewelle: Am Wochenende weit über 30 Grad erwartet
In Baden-Württemberg wird es die nächsten Tage wieder heiß. Am Freitag werden im Rheintal bei Sonnenschein bis zu 35 Grad erwartet, im Bergland wird es 28 Grad warm. Am Wochenende erreicht die Hitze laut SWR-Wetterexperte Gernot Schütz ihren Höhepunkt. Am Samstag scheint fast überall die Sonne, nur über dem Südwesten können sich Wolkenfelder bilden. Dann werden auf der Alb 28 Grad erwartet, 31 Grad in Oberschwaben und 35 bis 36 Grad in der Kurpfalz und am Oberrhein. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) besteht am Samstagnachmittag und Abend über dem Südschwarzwald und der Südwestalb ein geringes Risiko für einzelne Schauer oder Gewitter.
Das aktuelle Wetter für euren Ort findet ihr jederzeit in unserer SWR Aktuell-App oder auf unserer Wetter-Seite. Den Wetterbericht von gestern Abend könnt ihr hier anschauen: