Land und Kommunen unter Sparzwang

Klamme Kassen: Worauf sich die Kulturszene in Baden-Württemberg einstellen muss

In Zeiten klammer Kassen legen viele Kommunen bei der Kultur den Rotstift an. Stuttgart und Karlsruhe haben Fördermittel gekürzt. Wie wird die neue Landesregierung weitermachen?

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Die Sondierungen zur Bildung einer neuen Landesregierung haben noch nicht begonnen, aber Kunststaatssekretär Arne Braun (Grüne), der im von seiner Partei geführten Wissenschaftsministerium angesiedelt ist, versucht die Kulturszene zu beruhigen. Das Land werde Oper, Staatstheater und sonstige Einrichtungen nicht hängen lassen, sagte er in "Zur Sache Baden-Württemberg!" am Donnerstagabend: "Wir haben ja 2026 bewiesen, dass wir ein verlässlicher Partner sind", versicherte Braun. "Das werden wir auch in Zukunft sein. Auch mit der neuen Regierung. Daran wird sich gar nichts ändern."

Kulturförderung: Land will verlässlicher Partner bleiben 

Worauf sich Staatssekretär Braun bezieht: Stuttgart und Karlsruhe hatten ihre Kulturförderung angesichts klammer Kassen gekürzt. Eigentlich ist vorgeschrieben, dass Land und Kommunen sich die Kosten für die Staatstheater jeweils zur Hälfte teilen. Für 2026 hielt das Land seinen Anteil aber unverändert, zog also nicht nach und kürzte Förderungen nicht weiter ein. Auf lange Sicht soll die Förderung aber weiter hälftig geteilt werden. 

Braun lehnt pauschale Übernahme von Sanierungskosten ab

Für 2027 steht der Haushalt noch nicht. Den muss eine neue Landesregierung aufstellen, die sich erst noch finden muss. Was genau Arne Braun also damit meint, ein "verlässlicher" Partner zu sein, ist noch offen. Im SWR lehnte Braun es zugleich ab, pauschal jede Kostenerhöhung bei der Sanierung der Stuttgarter Oper mitzutragen. "Wir werden sicherlich nicht alles auffangen können, was die Stadt Stuttgart oder die Stadt Mannheim oder Karlsruhe nicht kann."

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