Als erfolgreicher Beauty-Doc hat Oliver Gekeler viel Kontakt zu den Reichen und Schönen in Deutschland. Der 52-jährige Reutlinger Schönheitschirurg warnt davor, vor allem Unternehmer und Leistungsträger über eine Vermögenssteuer noch stärker zur Kasse zu bitten. Wenn diese wieder eingeführt werde, kehrten so manche Reiche dem Land den Rücken, ist Gekeler überzeugt.
"Das vergrault die Leute", sagt er im SWR-Videopodcast "Zur Sache! intensiv". "Wir sind ein Hochsteuerland und ich bin der Meinung, dass doch sehr viele abwandern würden in so einem Fall." In seinem Bekanntenkreis seien "ein paar Leute, die sind mittlerweile schon in Steuerparadiesen". Er selbst spiele nicht mit dem Gedanken. Gekeler könne aber Reiche verstehen, "die sich nicht noch weiter regulieren lassen möchten".
Sonderabgabe für bestimmte Zwecke
Der Mediziner könne sich aber vorstellen, dass Vermögende mehr Verständnis dafür hätten, wenn der Staat Sonderabgaben für einen bestimmten Zweck erheben würde. Gekeler bringt "eine Art Solidaritätsfonds" ins Spiel, in den Millionäre und Milliardäre einmalig einzahlen sollten, etwa ein oder zwei Prozent ihres Vermögens. Damit könne man versuchen, Lücken im Haushalt oder die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen. "Da wäre ich bereit, das finde ich clever, das finde ich sinnvoll." Wichtig sei, dass das Geld vernünftig und zweckgebunden ausgegeben werde, zum Beispiel für die Sanierung von Schulen, sagt der Chirurg.
Höhere Steuer für große Erbschaften zumutbar
Gekeler hielte es auch für zumutbar, wenn besonders große Erbschaften stärker besteuert würden. Viele Milliardäre hätten ihr Vermögen nicht selbst erarbeitet, sondern geschenkt bekommen. "Da lasse ich mit mir diskutieren", sagte der Schönheitschirurg. Die Erbschaftsteuer könne da durchaus ein paar Prozentpunkte höher sein.
Kritik an Entwicklungshilfe und Sozialausgaben
Gekeler pocht aber auch mehr Haushaltsdisziplin beim Staat, so seien manche Ausgaben in der Entwicklungshilfe und im Sozialbereich nicht zu rechtfertigen. Er ist auch dagegen, dass Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine hier Bürgergeld bekommen. "Das ist nicht in Ordnung, meiner Meinung nach. Da müssen wir uns einfach mal ein bisschen konzentrieren und sagen, was ist denn tatsächlich notwendig und was ist nicht notwendig."
Der Mediziner ist zudem der Ansicht, dass mancher Bürgergeld-Empfänger sich nicht genug um eine Arbeitsstelle bemühe. Er finde, die Menschen müssten auch bereit sein, einen Job anzunehmen, den sie nicht gelernt hätten. "Man verlernt nämlich auch, zu arbeiten. Es ist einfach einfacher zu sitzen und zu sagen, ich kriege ja eh meine monatlichen Kosten erstattet."
Aufstieg durch Anstrengung: "Pobacken zusammenkneifen"
Gekeler ist überzeugt, dass jeder den beruflichen Aufstieg schaffen könne, wenn man nur wolle. "Ich glaube schon, wenn man die nötige Disziplin hat, dass man es sehr wohl schaffen kann, aber man muss wirklich die Pobacken zusammenkneifen und wirklich hart und beharrlich an einem Ziel festhalten."
Er habe sich seinen Wohlstand selbst erarbeitet und sei stolz auf seinen Reichtum, den er auch gerne zeige, so der Schönheitschirurg. Das beziehe sich auch auf sein Äußeres. Er behandle sich ausschließlich selbst und das "meistens sonntags". Dann stehe er zuhause vor dem Spiegel und denke: "Das ist nicht so, wie ich mir das vorstelle. Dann gehe ich in die Praxis runter, bin eine Stunde weg und komme wieder fresh zurück."