Hunde, Katzen und Co.

Keine Vermittlung im Tierheim: Ein Haustier ist kein Weihnachtsgeschenk

Hunde und Katzen gehören nicht unter den Baum, sagen einige Heime und vermitteln vor Weihnachten kein Haustier mehr. Warum das so ist, und was man vor dem Tierkauf beachten sollte.

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Von Autor/in Fridolin Skala

Leuchtende Kinderaugen - ein Wunsch, den viele Eltern für Weihnachten haben. Und wie ließe sich der Glanz zuverlässiger ins Gesicht der Kinder zaubern, als mit der feuchten Schnauze und den runden Kulleraugen eines kleinen Welpen, der unter dem Weihnachtsbaum neugierig aus einem Körbchen guckt?

Soweit die Theorie. Doch einige Tierheime schlagen Alarm und verhängen vor den Feiertagen bis ins neue Jahr hinein einen Vermittlungsstopp für ein Haustier. Sie sagen: Hunde und Katzen sind keine Geschenke. In Rheinland-Pfalz machen etwa die Tierheime in Landau, Trier, Ingelheim und Grolsheim (Landkreis Mainz-Bingen) mit.

Was sollte man vor dem Kauf von Tieren bedenken?

Aus dem Tierheim in Trier heißt es, es gebe vor Weihnachten immer wieder Anfragen für Tiere als "Last-Minute-Geschenke". Die Erfahrung zeige aber, dass viele "Weihnachtstiere" bis Ostern wieder im Tierheim landeten. Das beginne oft mit einem schlechten Start, weil die Tiere in ihrem neuen Zuhause direkt zu Silvester der Böllerei und damit Stress ausgesetzt seien. Doch die Probleme seien grundsätzlicher.

Mittel- bis langfristig sind neue Tierbesitzerinnen und -besitzer oft mit Fragen konfrontiert, die sie sich besser vor ihrem "Spontankauf" gestellt hätten. Aus Sicht des Tierheims in Grolsheim sollten folgende Punkte gut überlegt sein:

"Haltungsbedingungen, mögliche Kosten, wie alt kann ein Tier werden, welche Rasse passt zu mir, welche Möglichkeiten haben ich und das Tier, wenn ich krank oder berufsunfähig werde? Habe ich einen Plan B für den Fall, dass sich die Lebensumstände ändern? Braucht das Tier für eine optimale Haltung tierische Gesellschaft? Muss/kann das Tier tagsüber öfter alleine sein?"

Wie schnell bekomme ich im Tierheim ein Haustier?

Früher konnte man spontan ins Tierheim kommen und ein Tier mitnehmen. Das gibt es heute eigentlich nicht mehr.

Ganz unabhängig von Weihnachten gelten in Tierheimen strenge Regeln bei der Vermittlung von Tieren. Ziel ist es, sie langfristig gut unterzubringen. Barbara Ernst, Leiterin des Hundebereichs im Tierheim Landau, berichtet: "Früher konnte man spontan ins Tierheim kommen und ein Tier mitnehmen. Das gibt es heute eigentlich nicht mehr."

Ehe beispielsweise Hunde in eine neue Familie kämen, gebe es ein Kennenlerngespräch, weitere Termine, bei denen die Interessenten mit dem ausgewählten Tier Gassi gingen, und Probetage des Hundes im neuen Zuhause. Auch bei Katzen und Kaninchen gebe es Gespräche und die Situation vor Ort werde geprüft, sagt Ernst.

Eine Katze liegt in ihrem Körbchen. Doch als "Spontankauf" vor Weihnachten geben Tierheime die Tiere nicht heraus.
Katzen als "Spontankauf" zu Weihnachten? Keine gute Idee - zumal, wenn man in der Innenstadt oder direkt neben einer vielbefahrenen Straße lebt, heißt es aus dem Tierheim Landau.

Nicht alle Tierheime haben vor Weihnachten einen Vermittlungsstopp

Das in Landau praktizierte Verfahren gilt auch im Tierheim in Mainz - und ist der Grund, warum es hier keine Vermittlungssperre rund um Weihnachten gibt. "Wir schauen das ganze Jahr in jedem Einzelfall in mehreren Schritten, ob das Tier und die neuen Besitzer zusammenpassen", erklärt der Leiter Veli Kabadayi. Die Vermittlung passiere nicht von heute auf morgen.

Natürlich kann eine Familie, die über Wochen eine Beziehung zu einem Hund aufbaut und zwischen den Jahren ohne große Party zuhause ist, den Hund zu Weihnachten auch mitnehmen.

Lediglich direkt vor Silvester würden keine Tiere herausgegeben, um ihnen den Stress von Böllern in einer neuen Umgebung zu ersparen. Aber Kabadayi sagt auch: "Natürlich kann eine Familie, die über Wochen eine Beziehung zu einem Hund aufbaut und zwischen den Jahren ohne große Party zuhause ist, den Hund zu Weihnachten auch mitnehmen."

"Last-Minute-Anfragen" oder generell eine steigende Nachfrage nach Tieren vor Weihnachten konnten weder das Tierheim in Mainz noch in Landau bestätigen. Auch ein erhöhter "Rücklauf" bis Ostern sei nicht festzustellen. Wenn die Vermittlungen, wie in Mainz, von erfahrenen Tierpflegerinnen oder -pflegern durchgeführt würden, gebe es generell sehr geringe Rücklaufquoten, bestätigt Kabadayi.

Beratungstermine im Tierheim statt Hund unterm Baum

Auch wenn Hunde, Katzen und Co. unterm Weihnachtsbaum nicht als Überraschung taugen, bieten Tierheime mit einem Vermittlungsstopp meist eine Lösung an. Aus Trier heißt es etwa, der Stopp gelte nicht für bereits angelaufene Vermittlungen. Und: "Interessenten können sich trotzdem gerne melden, wir nehmen gerne Beratungstermine wahr."

Dann sind es am Heiligen Abend vielleicht nicht die feuchte Schnauze oder die großen Kulleraugen, die die Kinderaugen leuchten lassen. Aber auch ein leeres Körbchen, ein Spielknochen oder ein Kratzbaum können ein Strahlen ins Gesicht zaubern - und die Weihnachtsfreude mit dem Kennenlernen des Tieres ins neue Jahr tragen.

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