Mit Informatik steht für viele Schülerinnen und Schüler in Rheinland bald ein neues Schulfach im Stundenplan. Eingeführt wird das Pflichtfach Informatik zunächst überwiegend an Gymnasien. Unter den 28 Schulen, die nach den Sommerferien in Rheinland-Pfalz starten, sind 22 Gymnasien, vier Realschulen plus sowie zwei integrierte Gesamtschulen.
Ab dem Schuljahr 2028/2029 wird Informatik dann an allen weiterführenden Schulen im Land Schritt für Schritt Pflichtfach, sagte Bildungsminister Sven Teuber (SPD) in der Rheingrafenschule in Wörrstadt, die eine der Pilotschulen sein wird.
Lehrkräfte sollen für Informatik-Unterricht weitergebildet werden
Die Einführung eines neuen Schulfaches sei immer auch mit großen Herausforderungen verbunden, so Teuber: "Deshalb nehmen wir uns genug Zeit und nehmen vor allem alle Beteiligten mit: die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte mit ihren Vertretungen, die Schulträger."
Die Schulen müssten zum einen ja auch technisch ausgestattet werden, zum anderen müssten ausreichend Lehrkräfte vorhanden sein, die Informatik unterrichten könnten. In den kommenden drei Jahren sollen interessierte Lehrkräfte deshalb weitergebildet werden, das Interesse der Lehrerinnen und Lehrer sei groß, sagte Teuber.
Pilotschulen starten mit neuem Schuljahr Informatik wird Pflichtfach in RLP: Das sagen Schüler, Lehrer und IT-Experten
Ab dem neuen Schuljahr gibt es an ausgewählten Schulen in RLP Informatik als Pflichtfach - ab 2028/29 dann im ganzen Land. IT-Fachleute sehen das als großen Fortschritt. Und was sagen die Schüler selbst?
4 Stunden Informatik in den Klassenstufen 7 bis 10
Vorgesehen sind laut Bildungsministerium vier Stunden Informatik in der Stundentafel. Die vier Stunden werden demnach auf die Klassenstufen 7 bis 10 verteilt - das heißt es gibt eine Stunde pro Woche.
Wer auf Insta, Tiktok oder Snapchat postet oder chattet, der muss wissen, was ein Algorithmus ist und wie der wirkt.
In den vier Stunden Informatik soll es laut Minister Teuber unter anderem Antworten auf folgende Fragen geben: "Wie werden Informationen in einem Computer dargestellt und organisiert? Wie arbeiten Algorithmen und Programme? Wie funktioniert das Internet? Wo sind meine Daten und sind sie sicher? Wie funktioniert ein digitales Endgerät, also Smartphone, Computer, Fitnessarmband oder Spielkonsole?" Wer surfe, der müsse wissen, wie das World Wide Web funktioniere, sagte Teuber.
Es geht hier nicht um Nischenwissen für Nerds, sondern um ganz praktische, lebensnahe Fragen aus dem Alltag der Schülerinnen und Schüler. Bislang gehörte Rheinland-Pfalz zu den sieben Bundesländern, in denen Informatik kein reguläres Schulfach ist. Das ändert sich nun.