In Deutschland haben die Fälle häuslicher Gewalt zuletzt ihren Höchststand erreicht. Die Opfer sind überwiegend Frauen. Entsprechend steigt der Bedarf an Hilfsangeboten - auch in Pirmasens. Der Verein Frauenzufluchtsstätte Pirmasens e.V. hat nun die Initiative ergriffen: Gewaltbetroffene Frauen können sich bei einer Beratungsstelle Hilfe suchen.
Jetzt zwei Hilfsangebote für Frauen in Pirmasens
Bisher konnten sich Frauen, die in ihrer Partnerschaft oder Familie Gewalt erleben, an das Frauenhaus in Pirmasens wenden. Die Beratungsstelle sei nun eine zusätzliche Anlaufstelle in der Stadt, erklärt Michaela Göke. Die Sozialpädagogin arbeitet an beiden Einrichtungen. Die Beratung sei ein besonders niedrigschwelliges Angebot.
"Manchmal braucht eine Frau nur ein offenes Ohr. Andere haben schon eine Idee, wo es hingehen soll", sagt Göke. Die Hilfe sei kostenlos und außerdem anonym möglich. "Wir hören zu und beraten in verschiedene Richtungen. Außerdem begleiten wir Frauen, zum Beispiel zum Amt oder auch ins Gericht", erklärt die Sozialpädagogin. Das Ziel dabei: "Wie kann ich mich gut lösen aus einer gewaltvollen Partnerschaft oder Familie?"
Es braucht ein Bewusstsein, dass häusliche Gewalt ein gesellschaftliches Problem ist.
Häusliche Gewalt: Bedarf an Hilfe ist hoch
Das Angebot sei sehr gefragt, manchmal müssten Frauen mehrere Tage lang auf einen Termin warten. Anfragen kämen aus allen Teilen der Gesellschaft. "Es kommen Frauen aus allen Altersstrukturen und aus allen sozialen Schichten", berichtet Göke. Es sei ein "großer Trugschluss", dass häusliche Gewalt nur in sozial schwachen Familien vorkomme.
Für Michaela Göke ist die Hilfe für Frauen trotz der zusätzlichen Beratungsstelle in Pirmasens nicht ausreichend. "Wir brauchen das Bewusstsein, dass häusliche Gewalt ein gesellschaftliches Problem ist und nicht nur die einzelne Frau betrifft."