Beleidigungen gegen Ludwigshafener Wahlausschuss

44 Ermittlungsverfahren wegen Hassmails nach AfD-Ausschluss bei OB-Wahl

Nach dem Ausschluss des AfD-Kandidaten gab es Beleidigungen und Bedrohungen gegen Mitglieder des Wahlausschusses. Die Kriminalpolizei ermittelt nun.

Teilen

Stand

Von Autor/in Anna Flörchinger

Die Kriminalpolizei Ludwigshafen ermittelt in 44 Fällen von sogenannten Hassmails, die nach dem Ausschluss des AfD-Kandidaten Joachim Paul von der Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen aufkamen. Dabei besteht zweimal der Verdacht der Bedrohung und 42-mal der Verdacht der Beleidigung. Das teilte das Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen auf SWR-Anfrage mit.

Zwei Tatverdächtige wohnen in Bayern und Hessen

Weiterhin habe es 280 E-Mails gegeben, die keinen strafrechtlich relevanten Inhalt hatten. Konkrete Ermittlungen gab es bislang gegen zwei Tatverdächtige, die in Bayern und Hessen wohnen. Die Verfahren dauern noch an. Zu Verurteilungen sei es noch nicht gekommen.

Ludwigshafen

Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Koblenz Beschwerde abgewiesen: AfD-Politiker Paul darf bei OB-Wahl in Ludwigshafen endgültig nicht antreten

Das Oberverwaltungsgericht in Koblenz hat entschieden, dass der AfD-Kandidat Joachim Paul weiterhin von der Oberbürgermeister-Wahl in Ludwigshafen ausgeschlossen bleibt.

SWR4 am Nachmittag SWR4

Zahl der Hassmails hat abgenommen

Die Stadtverwaltung Ludwigshafen teilte auf SWR-Anfrage mit, dass die Zahl der Hassmails mittlerweile abgenommen habe. Zum konkreten Inhalt oder Wortlaut der Nachrichten wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen, heißt es von einem Polizeisprecher.

Polizeischutz bei öffentlichen Terminen von Steinruck

Auch gegen die Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) hatte es solche Mails gegeben. Sie gehört dem Wahlausschuss an. Deswegen stimme sich die Polizei bei öffentlichen Terminen von Steinruck mit der Stadt Ludwigshafen ab, um zum Beispiel mit sichtbarer Polizeipräsenz aufzutreten. Einen dauerhaften Personenschutz erhalte die Oberbürgermeisterin jedoch nicht.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Anna Flörchinger
Anna Flörchinger

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!