Ab 2026 wird die Stadtspitze in Ludwigshafen rein männlich sein. Im fünfköpfigen Stadtrat sind seit Juli nur Männer und bei der Stichwahl zu den OB-Wahlen treten am Sonntag Klaus Blettner (CDU) und Jens-Peter Gotter (SPD) an - ebenfalls also nur Männer. Deswegen organisierte das Frauennetzwerk Ludwigshafen im Wilhelm-Hack-Museum eine Podiumsveranstaltung mit den beiden Kandidaten - um jetzt schon für Frauenthemen zu sensibilisieren.
Etwa 150 - vor allem - Frauen, aber auch einige Männer kamen ins Foyer des Museums. Die Frauen sprachen mit Gotter und Blettner über Frauenförderung, Chancengerechtigkeit, Klima und Digitalisierung. Die Antworten der beiden OB-Kandidaten schienen das Publikum wenig zu überzeugen. Jedenfalls: Applaus gab es kaum. Weder für den CDU-Kandidaten Blettner noch für den SPD-Kandidaten Gotter.
Klaus Blettner (CDU) möchte von seiner Hochschulerfahrung profitieren
Blettner verwies mehrfach auf seine Erfahrungen, die er als Professor an der Hochschule gemacht hat: Universitäten seien ein Ort, an dem bereits viel für Gleichberechtigung gemacht worden sei. Und von diesen Strukturen könne auch die Stadt lernen. Zudem habe Blettner Studiengänge wie Marketing oder Wirtschaftspsychologie betreut, die mehrheitlich von Studentinnen belegt worden wären - das habe er immer begrüßt und von diesen Gesprächen viel gelernt.
CDU/FWG-Kandidat Blettner deutlich vorn OB-Wahl in Ludwigshafen: Stichwahl am 12. Oktober
Bei der OB-Wahl in Ludwigshafen gab es am Sonntag lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kandidat Klaus Blettner (CDU/FWG) und SPD-Kandidat Jens Peter Gotter. Blettner fehlte am Schluss die erforderliche Mehrheit. Am 12. Oktober gibts eine Stichwahl.
Jens Peter Gotter (SPD) kommt aus einem Männer-dominierten IT-Bereich
Gotter kommt aus der IT und hat u.a. eine eigene Firma gegründet - und dabei immer wieder gemerkt: Die IT ist ein von Männern dominierter Bereich. Dessen sei er sich bewusst und deswegen wolle er Frauen gezielt bei der Unternehmensgründung fördern. Zudem sei es ihm auch wichtig, Frauen eine Stimme zu geben und sie etwa bei Meetings gleichberechtigt sprechen zu lassen.
Beide Kandidaten konnten nicht überzeugen
Als Wahlentscheidung hat es mir nicht geholfen.
Nach eineinhalb Stunden konnten die beiden Kandidaten viele Frauen nicht überzeugen. Eine Frau erklärte nach dem Gespräch: "Als Wahlentscheidung hat es mir zumindest nicht geholfen." Eine weitere Zuschauerin kritisierte: "Frauenförderung fand ich sehr interessant. Da blieben beide Kandidaten aber sehr vage."
Wir haben nachgefragt OB-Stichwahl in Ludwigshafen: Dafür treten die beiden Kandidaten an
Was denken die OB-Kandidaten über Finanzen, Sauberkeit und den Abriss der Hochstraße Nord? Und: Was motiviert sie? Zwei Gespräche und vier Fragen.
Zum Ende gab es dann doch ein wenig Applaus: Als es darum ging, dem neu gegründeten Frauennetzwerk für die Initative zu danken. Und auch, weil die beiden Kandidaten sich auf die Veranstaltung eingelassen hatten.