Die Oberbürgermeisterin der knapp 50.000-Einwohner-Stadt hat den Bundeskanzler eingeladen, im kommenden Jahr eine Einbürgerungsfeier in Speyer zu besuchen, um Migranten und Migrantinnen zu treffen, "die sich bewusst für Deutschland entschieden haben." Das teilte die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung am Dienstag mit.
Merz könnte dort mit Menschen sprechen "über die gerade so viel gesprochen wird und die er in seinem Amt als Bundeskanzler ebenso repräsentiert wie alle anderen."
Merz: "Problem im Stadtbild"
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte vergangene Woche bei einer Frage nach der Strategie gegen die AfD auf die Migrationspolitik verwiesen. Dort sei man "sehr weit", sagte er: "Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen." Die Äußerung wurde kritisiert, weil sie als Ablehnung von Migranten gewertet wurde.
Ludwigshafen: SPD-Chef Guthier warnt vor Spaltung
Auch der Ludwigshafener SPD-Vorsitzende, David Guthier, kritisierte die Äußerungen von Merz. "Pauschale Zuschreibungen und negative Darstellungen ganzer Bevölkerungsgruppen helfen uns nicht weiter", so Guthier, der auch im Landtag Rheinland-Pfalz sitzt.
"Unsere Städte – und auch Ludwigshafen – leben von ihrer Vielfalt." Menschen unterschiedlichster Herkunft würden mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement dazu beitragen, "dass unsere Gesellschaft funktioniert". In Ludwigshafen haben mehr als 50 Prozent der Menschen, die dort leben, einen Migrationshintergrund.
Umstrittene Aussage von Kanzler Merz Das sagen Migranten in der Pfalz zur "Stadtbild"-Diskussion
Kanzler Merz steht in der Kritik, nachdem er im Zusammenhang mit Migration von einem "Problem im Stadtbild“ gesprochen und als Lösung auf Abschiebungen verwiesen hat. Was sagen Menschen mit Migrationsgeschichte in der Pfalz dazu?
Migranten "sehr getroffen"
Viele dieser Einwohner seien sehr getroffen durch die Worte des Kanzlers, sagte Guthier. Nach eigenen Angaben bekommt er aktuell viele Rückmeldungen und erlebt, "wie sehr solche Worte Menschen treffen, die seit Jahren hier leben, arbeiten, sich in Vereinen einbringen und ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Leben leisten. Viele fühlen sich dadurch zu Unrecht ausgegrenzt und herabgesetzt.“
Allerdings sei Integration keine Einbahnstraße , sondern beruhe auf Gegenseitigkeit. "Natürlich erwarten wir von allen, die hier leben, dass sie bereit sind, sich einzubringen und sich an die geltenden Regeln zu halten." Integration funktioniere nur durch gegenseitigen Respekt.