In dieser Lebenssituation brauchen Betroffene Hilfe. Die bekommen sie vom Mainzer Hospiz in Form einer Trauergruppe für junge Verwitwete. Das Angebot gibt es jetzt seit einem Jahr.
Trauergruppe in Mainz: Ein Angebot für junge Verwitwete
In dieser Woche hat sich nun zum zweiten Mal eine solche Trauergruppe gebildet, die aus jungen Menschen besteht, die ihren Partner oder ihre Partnerin verloren haben. Silke Kaufmann ist eine der beiden Leiterinnen der Trauergruppe im Mainzer Hospiz. Sie und ihre Kolleginnen beziehungsweise Kollegen haben festgestellt: Für junge Verwitwete gibt es in der Region nur wenig Hilfsangebote, aber eine große Nachfrage.
Frauen trauern anders als Männer
Bei der ersten Trauergruppe, die vor einem Jahr an den Start ging, waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 30 und 40 Jahre alt. Es waren in erster Linie Frauen, die sich für das Beratungsangebot des Mainzer Hospiz interessierten. Silke Kaufmann sagt, Frauen könnten sich schneller öffnen. Sie würden Trauer und Tränen eher zulassen. Aber es gebe auch unter Männern Ausnahmen.
Erfahrungen aus der ersten Trauergruppe für junge Verwitwete
Einer von ihnen ist David Mielczarek. Er ist 40 Jahre alt und arbeitet als Lokführer. Im vergangenen Jahr hat er seine Partnerin verloren. Sie starb an Speiseröhrenkrebs. Obwohl die Erkrankung bekannt war, kam ihr Tod für David Mielczarek plötzlich und unvorbereitet.
Darüber zu reden ist nicht so schlimm, wie es erlebt zu haben.
Über die Trauer zu reden, hat ihm geholfen. Es sei einfacher darüber zu sprechen, als es zu erleben, sagt er. Gemeinsam mit sieben Frauen hat er die Trauergruppe im vergangenen Jahr besucht. Sechsmal traf er sich über Monate hinweg in den Räumen des Mainzer Hospiz mit Menschen, die das gleiche Schicksal wie er erlitten hatten. Jeder redete über seinen eigenen Verlust.
"Beseelt und bereichert": Unterstützung für 37-jährige Mutter
Auch die 37-jährige Désirée Pallentin aus Hessen suchte nach dem Tod ihres Mannes vergangenes Jahr Unterstützung in der Trauergruppe. Ihr Mann war im Urlaub in der Türkei schwer erkrankt und starb drei Monate später in Deutschland.
Als Mutter einer damals achtjährigen Tochter war sie sehr verunsichert, wie es weitergehen sollte. In der Trauergruppe konnte sie loslassen: "Ich bin nach den Treffen immer sehr beseelt nach Hause gegangen", berichtet sie. "Ich habe das immer als sehr bereichernd empfunden."
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Zusammenhalt über die Mainzer Trauergruppe hinaus
Die Zeit in der Mainzer Trauergruppe hat alle Betroffenen zusammengeschweißt. Deshalb treffen sich alle acht immer noch regelmäßig. Einmal im Monat wird gemeinsam gelacht, geweint und einfach nur zugehört, wie das Leben jetzt so ist, wenn man seine Liebe verloren hat.
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