Auf der Wiese neben dem Fußballstadion in Salmtal graben sich Bagger in die Erde, um Platz für die neue Feuerwache zu schaffen. Direkt nebenan sollte eigentlich eine Grundschule entstehen - ein modernes Gebäude mit viel Holz und Glas, einer Mensa und einer Sporthalle für rund zehn Millionen Euro. Doch seit acht Jahren existieren nur Pläne.
Patrick Wagner vom Förderverein der Grundschule schüttelt darüber nur den Kopf: "Jeder normal denkende Mensch hätte die Bauarbeiten gleichzeitig begonnen. Das hätte enorm Geld gespart." Aber es gibt noch immer keinen Termin für den Spatenstich.
Kinder werden in altem Proberaum unterrichtet
Den Vater von drei Kindern ärgert das. Als seine Zwillinge noch klein waren, hoffte er, dass sie in absehbarer Zeit in den neuen Klassenzimmern unterrichtet werden: "Ich dachte, die werden eine richtig schöne Grundschulzeit erleben." Stattdessen werden sie in der Alten Schule im Ortsteil Dörbach unterrichtet - im früheren Proberaum des Männergesangsvereins.
Denn am Hauptstandort der Schule, im Ortsteil Salmrohr, ist nicht genug Platz. Es fehlen Klassenzimmer und der Schulhof ist zu klein. Weil es keine Turnhalle gibt, werden die Schüler zum Sportunterricht mit Bussen in die Nachbarorte Dreis und Sehlem gebracht.
Belastung für Lehrer und Schüler
Auch für Lehrerinnen und Lehrer sei die Situation belastend, sagt Schulleiter David Theis: "Die Kolleginnen und Kollegen, die in der Alten Schule in Dörbach unterrichten, sind alleine an dem Standort und haben somit auch sämtliche Aufsichten und Kleinigkeiten, die anfallen, alleine abzuarbeiten."
Eigentlich sollte das nur eine Notlösung auf absehbare Zeit sein. Denn die Verbandsgemeinde Wittlich-Land hatte sich schon 2018 für einen Neubau entschieden. Den hielt die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier aber erst mal nicht für notwendig.
Prognosen bestätigen sich: Schülerzahlen steigen
Schulleiter David Theis kann das nicht nachvollziehen. Immerhin wächst Salmtal seit Jahren: "Der Bedarf ist schwarz auf weiß da - die Kinder fallen nicht vom Himmel. Es gab schon damals Prognosen, die die Schülerzahlen sicher vorhergesagt haben." Erst als sich diese Vorhersagen nach drei Jahren bestätigten, lenkte die Behörde ein und gab grünes Licht für Neubau und Turnhalle.
"Es wird um wenige Quadratmeter gestritten"
Doch das Verfahren zieht sich weiter in die Länge. Die Verbandsgemeinde musste nicht nur nachweisen, dass es wirtschaftlicher ist, eine neue Schule zu bauen als die alte zu sanieren. Sie musste sich auch Details der Planung beim Land absegnen lassen. Diesmal waren es die Bau-Fachleute der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, die mitreden wollten - zum Beispiel über die Größe des Gebäudes, die Anzahl der Geschosse und die Form der Dächer.
Die Folge: Die Verbandsgemeinde und die Schule mussten ihre Planungen mehrmals überarbeiten. Schulleiter David Theis spricht von einem "jahrelangen Hickhack". Selbst für eine kleine Lesecke habe die Schule ein mehrseitiges Konzept vorlegen müssen: "Da wurde sich letztlich um wenige Quadratmeter gestritten."
ADD prüft weiter: Noch immer keine Genehmigung
Noch immer liegt die schulbehördliche Genehmigung nicht vor. Eine Sprecherin der ADD schreibt: Der Antrag für den Neubau werde derzeit geprüft. Es würden Abstimmungen mit der SGD Nord und dem Bildungsministerium laufen. Sie betont aber, dass grundsätzlich nichts gegen die neue Schule spreche: "Durch die Baumaßnahme werden alle Klassen am neuen Schulstandort zusammengeführt. Dies wird den täglichen Unterrichtsablauf für alle am Schulleben beteiligten Personen erleichtern."
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Die zuständige Verbandsgemeinde Wittlich-Land bleibt dennoch vorsichtig mit Prognosen. Dort heißt es: "Wir gehen davon aus, dass die Genehmigung von der ADD erteilt wird, haben über den Zeitpunkt jedoch keine konkrete Kenntnis. Wenn möglich, würde ein Baubeginn im Sommer angestrebt." Vater Patrick Wagner würde darauf nicht wetten. Er hofft, dass zumindest sein drittes Kind die neue Schule noch von innen sehen wird.