Natürlich wollen alle Fraktionen im Trierer Stadtrat, dass Schulhöfe Wohlfühlorte sind. Keiner im Stadtrat zweifelt daran, dass es wegen des Klimawandels notwendig ist, auf Schulhöfen für Schatten zu sorgen, Bäume zu pflanzen und Gärten anzulegen. Der Antrag der SPD-Fraktion wurde in der Stadtratssitzung am Donnerstag trotzdem zunächst an den zuständigen Ausschuss verwiesen.
Viele Beschlüsse nicht umgesetzt
Fraktionen wie CDU und Grüne wiesen im Stadtrat darauf hin, dass es zum Thema Schulhöfe und wie sie in Zeiten des Klimawandels umgestaltet werden sollten, schon mehrere Beschlüsse gibt. Seit 2022 liegen für einige Schulhöfe in Trier schon konkrete Pläne vor. Umgesetzt wurden sie aber nicht. Zuletzt hatte der Stadtrat 2024 dem Projekt "Schattenspender" zugestimmt. Umgesetzt wurde es nicht.
Stadt hat kein Geld
Das Problem: in Trier gibt es so viele Schulthemen, die dringend umgesetzt werden müssten, doch das Geld fehlt. Jetzt soll im Dezernatsausschuss II, der für die Schulen zuständig ist, noch einmal zusammengetragen werden, welche Beschlüsse bezüglich der Schulhöfe längst vorliegen und woran es hakt, sie auch umzusetzen.
Schulen hoffen auf mehr Schatten auf Schulhöfen
Spricht man mit Schulleiterinnen und -Leitern, dann ist das Bild sehr gemischt. Es gibt durchaus Schulen, die ganz zufrieden mit ihrem Schulhof sind. Ihnen ist es gelungen, mit Hilfe von Stiftungen und Förderprogrammen den Schulhof grüner zu gestalten. Bei manchen Schulen wurde schon bei der Planung der Schulhof mit Bäumen bestückt, die viel Schatten spenden. Andere sagen, die Stadtverwaltung hat seit Jahrzehnten nichts unternommen, um etwas auf ihren Schulhöfen zu verbessern.
Mehr als 30 Schulen sind in Trägerschaft der Stadt Trier: Grundschulen, Realschulen plus, Gymnasien und Förderschulen. Einige werden offenbar noch länger warten müssen, bis ihr Schulhof keine Betonwüste mehr ist. Denn obwohl es schon Beschlüsse und sogar Pläne gibt, soll jetzt erst einmal der Ausschuss beraten.
Das Ziel: gutes Klima auf den Schulhöfen
Viele Schulhöfe in Trier sind noch stark versiegelt, große Beton- und Asphaltflächen heizen sich aber bei Sonne und Hitze sehr stark auf, so begründete die Trierer SPD-Fraktion ihren Antrag. Es bilden sich Hitzeinseln, und Regenwasser kann kaum versickern. Doch Kinder verbringen viel Zeit in der Schule. Deshalb ist ein klimaangepasster Schulhof umso wichtiger.
Pläne in der Schublade
Im Oktober 2022 gab es in Trier einen Wettbewerb, bei dem es darum ging, wie man freie Flächen am besten gestaltet. Dabei ging es unter anderem auch um Schulhöfe. Für die Grundschulen Euren und Heiligkreuz sind schon erste Pläne gemacht worden, doch umgesetzt sind sie noch nicht.
Einzelne Schulen werden einer SWR-Recherche zufolge selbst aktiv, nutzen die Unterstützung ihres Fördervereins oder machen ehrenamtliche Aktionen, um Bäume zu pflanzen oder Gemüse- und Kräuterbeete anzulegen. Das sind kleine Schritte. Viele Schulen in Trier wünschen sich aber, dass die Stadtverwaltung aktiv wird und Schulhöfe ans Klima angepasst richtig umgestaltet.
Grün statt Grau Wie Schulhöfe in RLP mehr Grün in Städte bringen
Auf vielen Schulhöfen in Rheinland-Pfalz sieht man vor allem eins: viel Beton. Dass das auch anders geht, zeigt das Projekt "Grüne Schulhöfe" mit Schulen in Alzey, Gerolstein und Nastätten.
Schulen anderer Träger als Vorbild
Die Freie Waldorfschule in Trier könnte ein Vorbild dafür sein, wie man einen Schulhof besser ans Klima anpasst. Es gibt viele Bäume, und im Unterricht geht es viel um nachhaltige Entwicklung, sagt einer von drei Lehrern, die dafür zuständig sind. Die Schule hat eine Baumpflanzaktion gemacht, und es gibt ein Gelände für Gartenbau.
Das Bistum Trier ist Träger mehrerer Schulen in Trier. Zusammen mit der Bauleitung des Bistums wird auch daran gearbeitet, die Schulhöfe besser ans Klima anzupassen. Bis 2040 will das Bistum Trier klimaneutral aufgestellt sein. Seit diesem Schuljahr gibt es einen Koordinator für Nachhaltigkeit der Bistumsschulen. In der Grundschule am Dom und der Förderschule St. Josef wurden laut Bistum Bäume gepflanzt und Schulgärten angelegt.
Klimagerechter Schulhofumbau - Beispiele aus der Region Trier
Der Landkreis Birkenfeld schreibt, dass er seine Schulen in kleinen Schritten besser an den Klimawandel anpasst. Nach und nach werden mehr Schattenzonen geschaffen und Bäume gepflanzt, so ein Sprecher. Es gibt auch energetische Sanierungen.
Die Verbandsgemeinde Arzfeld will die Grundschule Daleiden in den kommenden Jahren komplett sanieren. Dabei legt die Verbandsgemeinde nach eigenen Angaben großen Wert darauf, Flächen zu entsiegeln und die Schule und den Schulhof besser ans Klima anzupassen. Dazu soll ein Förderprogramm des Bundes genutzt werden.
Die Verbandsgemeinde Südeifel will öffentliche Plätze und Schulhöfe grüner und mit mehr Pflanzen gestalten. Dazu nutzt sie ein Förderprogramm des Landes für Stadt- und Dorfgrün. Teilweise werden auf Schulhöfen als erste Sofortmaßnahme auch Sonnenschirme aufgestellt, so ein Sprecher.
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Mehr Bäume, weniger Beton
Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues will die Schulhöfe der Grundschulen Kues und Neumagen-Drohn neu gestalten und sie besser ans Klima anpassen. Flächen sollen zumindest teilweise entsiegelt werden, klimaresistente Bäume sollen gepflanzt werden und es soll auch ein Schulgarten angelegt werden.
Die Verbandsgemeinde Prüm hat nach eigenen Angaben ihr Projekt "Begrünung an Schulhöfen" schon erfolgreich abgeschlossen. Mit Fördergeld aus dem KIPKI-Programm wurden Bäume gepflanzt.
Die Stadt Wittlich will auch die Schulhöfe in ihr Klimaanpassungskonzept einbauen, so ein Sprecher. Die Schulhöfe der vier Grundschulen sollen klimafreundlicher gestaltet werden. Ziel ist, sie in grüne Lernorte zu verwandeln. Es soll mehr Grünflächen und mehr schattenspendende Bäume geben. Für eine Schule haben die städtischen Gremien dem Plan schon zugestimmt, allerdings ist die Stadt darauf angewiesen, dass der Plan zu 70 Prozent gefördert wird.