Energiekosten beeinflussen Lebensmittelpreise
Steigende Preise auch bei Eisdielen
Handwerksbetriebe stehen durch Energiepreise unter Druck
Hilft Carsharing beim Sparen?
Soziale Hilfen immer wichtiger
Energiekosten beeinflussen Lebensmittelpreise
Besonders bei typischen Sommerprodukten rechnen die Landwirte mit höheren Preisen. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau warnt: Die gestiegenen Energiekosten setzen viele Betriebe unter Druck. Kühlung, Bewässerung, Dünger, Transport und Verarbeitung der Produkte seien deutlich teurer geworden.
Davon betroffen seien vor allem Erdbeeren, Spargel und Wein – Waren, die auch in der Region Trier besonders gefragt sind.
Landwirte berichten, dass sie die höheren Kosten zumindest teilweise an Kundinnen und Kunden weitergeben müssen. Das betrifft unter anderem auch Winzerbetriebe. "Unsere Weine werden dieses Jahr leider um vier bis fünf Prozent teurer", berichtet Winzer Wolfgang Mertes aus Waldrach. Grund dafür seien aber nicht nur die gestiegenen Energiekosten, sondern auch der gestiegene Mindestlohn.
Steigende Preise auch bei Eisdielen
Nicht nur auf dem Wochenmarkt, auch in Eisdielen steigen die Kosten. Viele Betreiberinnen und Betreiber berichten von höheren Ausgaben für Milch, Strom und Personal. Deshalb mussten, einer SWR-Umfrage zufolge, auch einige Eisdielen ihre Preise bereits erhöhen.
Dabei geht es um etwa zehn Cent im Schnitt. Für viele Betriebe sei das eine schwierige Entscheidung. Einerseits wollten sie ihre Kundschaft nicht abschrecken, andererseits müssten sie wirtschaftlich arbeiten, teilte beispielsweise eine Eisdiele in Schweich mit.
Handwerksbetriebe stehen durch Energiepreise unter Druck
Besonders angespannt ist die Lage im Handwerk. Nach Angaben der Handwerkskammer Trier geraten viele Betriebe zunehmend unter Druck – manche sogar an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Vor allem Unternehmen, die täglich auf Fahrzeuge, Maschinen und Material angewiesen seien, litten unter den gestiegenen Treibstoffpreisen. Dazu gehören etwa Dachdecker, Bäckereien oder Gebäudereinigungen.
Noch zeigt sich laut Frühjahrskonjunkturumfrage kein deutlicher Einbruch. Wir rechnen aber damit, dass sich die Belastungen im Herbst stärker bemerkbar machen könnten – etwa durch weniger Aufträge oder Stellenabbau.
Langfristig dürften viele Betriebe ihre höheren Kosten an Kundinnen und Kunden weitergeben. Die bisherigen Entlastungsmaßnahmen der Politik bewertet die Kammer zwar als Schritt in die richtige Richtung, hält sie aber für nicht ausreichend.
Noch zeigt sich laut Frühjahrskonjunkturumfrage kein deutlicher Einbruch. Wir rechnen aber damit, dass sich die Belastungen im Herbst stärker bemerkbar machen könnten – etwa durch weniger Aufträge oder Stellenabbau, berichtet Dr. Matthias Schwalbach, Geschäftsführer der Handwerkskammer Trier.
Hilft Carsharing beim Sparen?
Ob die steigenden Spritpreise dazu führen, dass mehr Menschen ein Auto teilen? Der Anbieter stadtmobil Trier sagt: Nein. Ein deutlicher Zuwachs an Anmeldungen sei aktuell nicht zu erkennen. Nach Einschätzung des Unternehmens ist das soegannte "Carsharing" eher eine grundsätzliche Lebensentscheidung als eine spontane Reaktion auf hohe Spritpreise.
Langfristig könnte das Modell aber attraktiver werden, vermutet stadtmobil Trier. Ganz ohne Preissteigerungen gehe es allerdings auch hier nicht: Der Kilometerpreis könne angepasst werden, wenn die Kraftstoffkosten steigen.
Soziale Hilfen immer wichtiger
Besonders hart treffen die steigenden Preise Menschen mit geringem Einkommen. Auch soziale Einrichtungen spüren die Folgen deutlich.
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Nach Angaben der Obdachlosenhilfe Trier suchten im vergangenen Jahr rund 800 Menschen Unterstützung – vor der Pandemie waren es noch etwa 200. Die Einrichtung berichtet von wachsender Unsicherheit, Zukunftsängsten und existenziellen Sorgen. Viele Menschen seien mit den alltäglichen Kosten überfordert. Hinzu kämen komplizierte Anträge und bürokratische Hürden bei Hilfsleistungen.