Es ist noch kühl an diesem Vormittag im Wald bei Wittlich. Die meisten Bäume haben schon frisches Grün. Nicht weit entfernt ruft ein Eichelhäher. Klaus Neubürger liebt solche Momente im Wald. Der 61-Jährige aus Lüxem ist selbst Waldbesitzer. Als Jäger und Baumexperte kümmert er sich neben seinen eigenen Flächen auch um Gemeindewälder bei Wittlich.
Der Wald habe sich verändert, sagt Neubürger. Und zeigt auf ein Waldstück gegenüber.
Mehr trockene Bäume im Wald
Heute gebe es wegen des Klimawandels und der höheren Trockenheit viel mehr Totholz im Wald, also abgestorbene Bäume oder angetrocknete Baumkronen. "Die Bäume haben es heute deutlich schwerer. Vor 20 Jahren hätte ich eine tote Eiche suchen müssen. Jetzt hat fast jeder Baum trockene Äste. Und das ist eine Gefahr", sagt Neubürger.
Niemand weiß, wann schwere Äste abrechen.
Solche Äste könnten schon mal bis zu 50 Kilogramm wiegen. Wenn so einer aus einer Höhe von acht Metern herunterkommt und einen trifft, ist man schwerverletzt. "Und niemand weiß, wann die abbrechen". Einen ähnlichen Vorfall gab es an Ostern in Schleswig-Holstein. Dort wurden drei Menschen von einer morschen Esche erschlagen.
Tote Bäume und Äste Wie gefährlich ist es im Wald am Donnersberg?
Der Wald rund um den Donnersberg leidet unter der zunehmenden Trockenheit durch den Klimawandel. Das macht ihn auch gefährlicher für Spaziergänger.
Wald mit viel Totholz meiden
Um so etwas zu vermeiden, sollten Waldbesucher darauf achten, sich nur dort aufzuhalten, wo der Wald grün ist und einen "vitalen" Eindruck macht, erklärt Neubürger. Denn Flächen, die wie ein alter Märchenwald aussehen würden, seien gefährlich. "Wenn ein Baum umbricht, dann passiert das von jetzt auf gleich." Und das ohne Vorwarnung.
Um krumme und schiefe Bäume einen Bogen machen
Deshalb empfiehlt Neubürger Waldbesuchern, bei Spaziergängen auch mal in den Baumkronen nach trockenen und toten Ästen Ausschau zu halten. "Und nicht unter einem windschiefen Baum die Kinder spielen lassen oder ein Picknick machen." Liegt ein Baum komplett am Boden, lohnt sich ebenfalls ein Blick nach oben: Hängt irgendwo ein größerer Ast in einer benachbarten Baumkrone? Dann Vorsicht: so etwas passiert häufig, wenn ein Baum umgefallen ist.
Bei Sturm nicht in den Wald!
Bevor es in den Wald geht, sollte auch auf Wind und Wetter geachtet werden. Auf keinen Fall sollte man sich bei Sturm oder starkem Wind im Wald aufhalten. Schon schwache Winde würden reichen, um trockene Äste herunterzuholen, sagen die regionalen Forstämter. Dann lieber den Wald eine paar Tage meiden. Auch danach sollten Spaziergänger darauf achten, ob Wege geräumt worden sind. Und besser auch auf den Waldwegen bleiben und nicht querfeldein den Wald erkunden.
Wald ist Natur und Erholungsraum
"Eine gewisse Gefahr bleibt immer", sagt Baumexperte Neubürger. Auch auf einer Parkbank lohnt sich der Blick nach oben nicht nur wegen trockener Äste. "Da gibt es auch Eichenprozessionsspinner, in deren Nähe sich niemand aufhalten sollte."
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Doch der Wald sei vor allem ein Ort zum Erholen, ein schönes Erlebnis, sagt Klaus Neubürger. Und das sollte immer im Vordergrund stehen. Und wenn Waldbesucher sich umsichtig und verantwortungsbewusst verhalten, dann "können sie die Natur genießen, ohne Angst haben zu müssen, dass etwas passiert".