Klimaschutz im Garten

Gut fürs Grundwasser: Entsiegelung im Garten

Mit dem feuchteren Wetter ab Herbst können wir dafür sorgen, dass der Gartenboden möglichst viel Wasser aufnimmt und für den Sommer speichert. Hier einige Tipps was Sie dafür tun können.

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Von Autor/in Christiane Gorse

Der Boden ist wie ein Schwamm: er nimmt viel Regenwasser auf und speichert es. Das hat sehr viele Vorteile für uns und die Natur. Vieles ist auch mit wenig Geld umsetzbar!  

Was sind die Vorteile? 

  1. Wir müssen weniger gießen! Im Boden gespeichertes Wasser steht den Pflanzen im Garten auch bei längeren Trockenzeiten zur Verfügung. Bäume pumpen über ihre Wurzeln Wasser aus tiefen Erdschichten nach oben und versorgen so auch kleine Pflanzen wie Stauden. 
  2. Wir tun etwas für das Grundwasser! Durch lange Trockenperioden wird das Grundwasser weniger. Private Brunnen und Betriebe etwa aus der Landwirtschaft greifen auf das Grundwasser zurück. Je mehr Wasser in den Boden in die Tiefe sickert, umso mehr kann sich der Grundwasserspiegel wieder auffüllen. 
  3. Wir müssen im Sommer weniger schwitzen! Denn der Gartenboden heizt sich weniger auf als Steinplatten. Das kann zwischen 5° und 10°C ausmachen und ist damit sogar für unsere Gesundheit besser. Gerade gut versorgte Bäume spenden nicht nur Schatten, sondern wirken über die Verdunstungfläche der Blätter wie eine Klimaanlage. 
  4. Wir entlasten bei Starkregen die Kanalisation! Wasser, das vor Ort bleibt, wird nicht über die Kanalisation abtransportiert und das ist Hochwasserschutz. Viele Städte entwickeln Flächen für mehr Versickerung, denn so können Hochwasserpieks abgemildert werden. Im Garten funktioniert das ebenfalls. 
  5. Wir können dabei Geld sparen! Weniger Wasser für´s Gießen, in manchen Gegenden kann auch Abwassergebühr eingespart werden. Wege aus Kies oder Rindenmulch sind günstiger als gepflasterte.  

Das sind einfache und gute Ideen für mehr Entsiegelung: 

 Weniger Wege 

Wo müssen gepflasterte Wege überhaupt sein? Reichen zur Mülltonne oder zum Kompostplatz auch einzelne Platten? Wege aus Rindenmulch sind eine gute Alternative zu gepflasterten Wegen: günstig und selbst zu machen. Dafür müssen Sie nur 15cm Tiefe ausheben, entweder erst eine Kiesschicht von 5cm einfüllen (macht die Häcksel langlebiger) und dann Holzhäcksel/Rindenmulch oder auf den Kiesverzichten, dann müssen Sie öfter Holz nachfüllen. Bei unbedingt nötigen Pflasterwegen könnten auch die Fugen breiter sein.  

Durchlässige Stellplätze 

Stellplätze für Fahrräder, Autos oder Mülltonnen müssen nicht gepflastert sein. Es gibt Rasengittersteine, die viele Aussparungen haben. Diese Aussparungen kann man mit Kies füllen oder auch einsäen. 

Durchlässige Terrassen 

Um Sitzplätze offener zu gestalten, empfehlen sich Holzdielen als Belag. Um die Hölzer zu schonen, ist ein Unterbau nötig. Die Fläche sollte mit Kies abgedeckt werden, um Unkraut zu unterdrücken. Wer ökologisch denkt, achtet auf regionales Holz für die Dielen. 

Regenwasser-Management im Garten 

Was hilft noch, um Wasser vor Ort zu halten? Weitere Möglichkeiten, um Regenwasser optimal zu nutzen, sind: mit Regendieb am Fallrohr verbundene Regentonnen oder Zisternen. Auch Sickermulden oder Teiche können mit Regenwasser gefüllt werden. Eine Dachbegrünung z.B. auf dem Garagendach speichert 40% des Niederschlags, die Bepflanzung verbraucht es und wirkt auch wieder kühlend. Hier muss vorher aber die Statik geprüft werden. 

 Im Garten: Heike Boomgaarden, Gartenbauingeneurin

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Christiane Gorse