Dreieinhalb Wochen vor der Landtagswahl zeichnet sich in Rheinland-Pfalz somit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD ab. Die CDU gibt im Vergleich zu Januar einen Punkt ab und käme auf 28 Prozent. Die SPD unter Ministerpräsident Alexander Schweitzer kann sich im selben Umfang verbessern und würde mit derzeit 27 Prozent zur CDU aufschließen.
Während sich die CDU damit etwa auf dem Niveau der letzten Landtagswahl (2021: 27,7 Prozent) bewegt, würde die SPD ihr Wahlergebnis von 2021 (35,7 Prozent) weiterhin verfehlen.
AfD könnte Ergebnis verdoppeln
Ihr letztes Landtagswahlergebnis (8,3 Prozent) mehr als verdoppeln würde die AfD, die 19 Prozent in Aussicht hätte (+1). Die Grünen verlieren im Vergleich zum Januar einen Punkt auf 9 Prozent und lägen damit in etwa auf dem Niveau von 2021 (9,3 Prozent). Die Linke verliert im Vergleich zur letzten Umfrage ebenfalls einen Punkt und hätte 5 Prozent in Aussicht. Ob es ihr gelingt, erstmals in den Mainzer Landtag einzuziehen, ist offen.
Gleiches gilt für die Freien Wähler, die nach einem Plus von einem Punkt ebenfalls bei 5 Prozent lägen. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf 7 Prozent, darunter auch die bislang im Landtag vertretene FDP sowie das BSW.
Regierungswechsel in Rheinland-Pfalz Ticker zur Landtagswahl in RLP ++ Endergebnis steht fest ++ Schmitt zieht sich von FDP-Landesspitze zurück ++ Schweitzer und Schnieder verhandeln ++
Regierungswechsel in Rheinland-Pfalz: Die Ampelregierung ist abgewählt. Die CDU mit Gordon Schnieder ist nach 35 Jahren stärkste Kraft. Alles zum Wahlergebnis im Ticker zum Nachlesen.
Wenn der Ministerpräsident direkt gewählt würde - wer würde gewinnen?
Personell ist die SPD mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Schweitzer besser aufgestellt als die politischen Wettbewerber. Wenn die Wahlberechtigten in Rheinland-Pfalz ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich unverändert 34 Prozent für Schweitzer entscheiden.
Gordon Schnieder, CDU-Spitzenkandidat, bevorzugen 17 Prozent, den AfD-Spitzenkandidaten Jan Bollinger 7 Prozent. Vier von zehn Wahlberechtigten (42 Prozent) können oder wollen sich für keinen der Kandidaten entscheiden.
Die sozialdemokratischen Anhänger sind zu weiten Teilen (84 Prozent) von Alexander Schweitzer überzeugt. Gordon Schnieder entfaltet im Lager der CDU geringere Zugkraft: 57 Prozent der CDU-Anhänger würden sich für ihn entscheiden, immerhin 22 Prozent aber dem SPD-Ministerpräsidenten den Vorzug geben. In der AfD-Anhängerschaft würden sich 29 Prozent für den eigenen Kandidaten entscheiden, eine Mehrheit kann oder will sich in dieser Frage nicht äußern.
SPD-geführte Landesregierung bevorzugt
In den letzten vier Wochen des Wahlkampfes hat sich an den Vorlieben der Rheinland-Pfälzer für die Führung der kommenden Landesregierung im Grundsatz nichts verändert: Ähnlich wie im Januar wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger eher eine Landesregierung unter SPD-Führung (35 Prozent) als unter Führung der CDU (30 Prozent). Jeder Fünfte (19 Prozent) spricht sich - wie schon im Januar- für eine AfD-geführte Landesregierung aus.
Unabhängig von der Frage, wer die nächste Regierung führen wird, findet eine Koalition aus SPD und CDU mit 39 Prozent den größten Zuspruch. Für eine Fortsetzung der Ampelregierung sind 19 Prozent der Befragten. Ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken bevorzugen der Umfrage zufolge 20 Prozent.
Zufriedenheit mit der Landesregierung unverändert
Der vergleichsweise geringe Rückhalt für eine Fortsetzung der Ampel spiegelt sich auch in einer nach wie vor verhaltenen Bewertung der Regierungsleistung. Wie im Januar sind 44 Prozent mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden, jeder Zweite (50 Prozent) sieht das Mainzer Kabinett kritisch. An die Zufriedenheitswerte im Vorfeld der letzten Landtagswahl kann die Ampel nicht anknüpfen.
Wem wird die Lösung der wichtigsten Probleme zugetraut?
Das Vertrauen in die rheinland-pfälzischen Parteien zur Lösung der wichtigsten Probleme ist kurz vor der Landtagswahl insgesamt eher gering. Aktuell setzt ein Fünftel (20 Prozent) bei der Lösung der wichtigsten Aufgaben auf die SPD (-2). Die Christdemokraten bekommen nach einem Minus von 5 Punkten ebenfalls von einem Fünftel der Bürger (21 Prozent) sachpolitisches Vertrauen entgegengebracht.
Der AfD traut unverändert jeder Siebte (15 Prozent) am ehesten die Lösung der wichtigsten Landesaufgaben in Rheinland-Pfalz zu. Bei den Grünen sehen wie im Januar 5 Prozent die Landesaufgaben in guten Händen. Ein gutes Viertel (27 Prozent +6) der Wahlberechtigen ist der Meinung, dass keine der Parteien die wichtigen Aufgaben im Bundesland wirkungsvoll anpacken kann.